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Bundeswehr bildet jetzt auch irakische Jesiden aus

Von der Leyen: Kämpfer wollen Heimat zurückerobern

Die Bundeswehr bildet jetzt auch Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden im Nordirak für den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) aus. Die Ausbildung der 200 Jesiden-Kämpfer soll bis in den Juli hinein dauern.

Die Bundeswehr bildet ab sofort Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden im Nordirak für den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) aus. Es gebe zwei Bataillone der Jesiden, die den kurdischen Peschmerga-Kämpfern unterstellt seien, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministers in Berlin. Die Ausbildung der 200 Jesiden-Kämpfer soll demnach "bis in den Juli hinein" dauern.

Es gehe um eine Gruppe jesidischer Kämpfer, "die als Bataillon ihre verlorene Heimat von Isis zurückerobern wollen", sagte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) der "Bild"-Zeitung mit Blick auf den Vormarsch des IS. Dies hätten die Peschmerga-Kämpfer vorbereitet, die bereits seit vergangenem Jahr von der Bundeswehr unterstützt werden. Die Kurden wollten damit deutlich machen, dass alle Volksgruppen und Religionen im Irak gemeinsam gegen den IS aufstehen, sagte die Ministerin.

Nach Angaben des Sprechers des Verteidigungsministeriums begann die Bundeswehr am Sonntag damit, ein Jesiden-Bataillon auszubilden. Zur Frage nach möglichen Waffenlieferungen an die Jesiden verwies der Sprecher darauf, dass das Bataillon Teil der Peschmerga-Streitkräfte sei. "Die Peschmerga können die Waffen innerhalb ihrer Streitkräfte so verteilen, wie sie es für richtig halten", sagte er.

Die Jesiden sind eine religiöse Minderheit mit einem eigenständigen monotheistischen Glauben. Sie leben vorwiegend im Nordirak und sind mehrheitlich ethnische Kurden. Von der IS-Miliz und anderen militanten Sunniten werden sie als "Teufelsanbeter" verfolgt. Die Jesiden zählen zu den am meisten vom IS verfolgten Volksgruppen. Bei seiner Blitzoffensive im Nordirak im vergangenen Sommer verübte der IS Massaker unter den Jesiden, zwang zehntausende in die Flucht und verschleppte tausende Mädchen und Frauen, die als Sexsklavinnen missbraucht wurden. Nach UN-Angaben könnten die Grausamkeiten als Genozid gewertet werden.

Deutschland unterstützt im Rahmen einer internationalen Allianz seit September vergangenen Jahres den Kampf der nordirakischen Peschmerga-Verbände mit Waffen und Schulungen. Nach Bundeswehrangaben sind derzeit 87 deutsche Soldaten im Nordirak im Einsatz.

Von der Leyen bezeichnete den Einsatz der Bundeswehr insgesamt als Erfolg. Besonders der Einsatz der Panzerabwehrwaffe "Milan" habe sich bewährt: "Die Peschmerga können damit erstmals die mit Sprengstoff beladenen Autos der Islamisten, die auf Stellungen und Dörfer der Kurden zurasen, Kilometer vor dem Ziel stoppen." Dafür seien die Kurden Deutschland "unendlich dankbar".

© 2015 AFP


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