Bundesverteidigungsministerium hält an A400M fest

Luftwaffe hält Pannenflieger für "alternativlos"

Die Bundeswehr hält trotz zahlreicher Probleme an ihrer Airbus-Transportmaschine A400M fest.

Berlin - Ein Abbruch des Programms sei "zur Zeit kein Thema", hieß es am Dienstag im Bundesverteidigungsministerium in Berlin. Das sei "heute gerade Status", hieß es dazu jedoch einschränkend. Es sei nicht geplant, die "Reißleine" bei dem Projekt zu ziehen.

Der A400M soll die in die Jahre gekommenen Transall-Maschinen der Bundeswehr ersetzen. Das neue Transportflugzeug war 2003 von den Nato-Staaten Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg, Spanien und der Türkei gemeinsam in Auftrag gegeben worden. Wegen technischer Probleme und unterschiedlicher Wünsche der Länder verzögerte sich die eigentlich für 2011 geplante Auslieferung des Flugzeugs jedoch erheblich. Erst im Frühjahr waren neue Probleme der Propellertriebwerke aufgetaucht. Zu schaffen machen dem Wehrressort zudem Risse im Material, die bei Ermüdungsversuchen auftraten.

Derzeit verfügt die Bundeswehr über drei der Maschinen. Einen aktuellen Lieferplan für weitere A400M gibt es bislang nicht. Laut Hersteller sollen 2016 vier bis sechs neue Maschinen ausgeliefert werden. Besonders dringlich erwartet die Bundeswehr den ersten taktischen A400M mit Schutzfunktion, der im zweiten Halbjahr kommen soll, dann aber erst noch getestet werden muss.

Angesichts der Verzögerungen bereitet sich das Wehrressort auf einen möglichen "temporären Engpass" ab 2018/19 und eine "Fähigkeitslücke" ab 2020/21 vor; dann geht die alte Transportmaschine Transall endgültig außer Dienst. Beides soll durch Kooperationen mit anderen Ländern - primär Frankreich und Großbritannien - aufgefangen werden. Für die laufenden Einsätze gibt es jedoch laut Bundeswehr "keine Einschränkungen".

Ein Luftwaffenvertreter bezeichnete die Maschine trotz aller Pannen als "alternativlos". Die A400M sei trotz der Schwierigkeiten "konzeptionell das richtige Flugzeug" für die Bundeswehr. Der Flieger werde zudem "viel zu schlecht gemacht".

(xity, AFP)