14.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Bundestag gedenkt Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren

Bundestag gedenkt Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren

Lammert mahnt zur friedlichen Beilegung von Konflikten

100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkrieges hat Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) dazu aufgerufen, der friedlichen Beilegung internationaler Konflikte stets Vorrang einzuräumen.

100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkrieges hat Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) dazu aufgerufen, der friedlichen Beilegung internationaler Konflikte stets Vorrang einzuräumen. In einer Gedenkstunde des Bundestages sagte der Parlamentspräsident, Deutschland habe gelernt, "dass militärische Maßnahmen grundsätzlich kein geeignetes Mittel politisch gewollter Veränderungen sind". Sie dürften "wenn überhaupt nur das letzte Mittel der Konfliktbeilegung sein".

Mit den Ereignissen in der Ukraine und der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim durch Russland werde die territoriale Integrität souveräner Staaten in Europa zwar wieder infrage gestellt. Doch trotz der Entschlossenheit, das nicht hinzunehmen, wolle niemand deshalb einen Krieg. "Das unterscheidet die heutige Lage entscheidend von 1914", fügte Lammert hinzu.

In Deutschland würden die historischen Lektionen zweier Weltkriege mit maßgeblicher deutscher Beteiligung politisch besonders deutlich durch die "Verankerung unserer Armee im demokratischen Staat". "Als erstes Land der Welt nahm die Bundesrepublik Kriegsdienstverweigerung als ein Grundrecht in ihre Verfassung auf." Die deutsche Öffentlichkeit debattiere seit 20 Jahren kontrovers über jede Beteiligung an einem internationalen Militäreinsatz. "Und anders als in den allermeisten Ländern der Welt hat über jeden bewaffneten Auslandseinsatz der Bundeswehr das Parlament das letzte Wort."

Der französische Politikwissenschaftler Alfred Grosser wies in seiner Gastrede auf die Unterschiede zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg hin. Die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg spiele in Frankreich eine besonders große Rolle. Die Zahl der Kriegsopfer sei auf deutscher und französischer Seite im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung ungefähr gleich hoch gewesen. Der Zweite Weltkrieg sei für Frankreich, mit rund 600.000 Toten weniger tragisch gewesen im Vergleich mit den sieben Millionen deutscher Verluste.

Deutschlands "totale Niederlage" nach 1945 habe ein "total anderes Deutschland" hervorgebracht, sagte Grosser. Heute dürften die Deutschen stolz auf ein Vaterland sein, das sich im Gegensatz zu 1914 "auf die Werte Einigkeit und Recht und Freiheit beruft".

© 2014 AFP


Copyright 2018 © Xity Online GmbH