Bundestag beschließt schärfere Kontrollen für Piloten

Änderung des Luftverkehrsgesetzes ein Jahr nach Germanwings-Katastrophe

Rund ein Jahr nach der Germanwings-Katastrophe hat der Bundestag strengere Kontrollen für Piloten beschlossen.

Berlin - Die am Donnerstag verabschiedete Änderung des Luftverkehrsgesetzes sieht unter anderem vor, dass Fluggesellschaften ihre Piloten verstärkt auf Alkohol, Medikamente und Drogen überprüfen müssen. Dazu soll es auch stichprobenartige Kontrollen vor Dienstbeginn geben. Einzelheiten müssen demnach in Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen geregelt werden.

Die Neufassung des Gesetzes sieht außerdem die Schaffung einer flugmedizinischen Datenbank vor, in der die Tauglichkeitszeugnisse von Piloten gespeichert werden sollen. Zugriff auf die Daten sollen ausschließlich die medizinischen Sachverständigen des Luftfahrt-Bundesamtes erhalten, die der ärztlichen Schweigepflicht unterliegen. Bei Zweifeln an der Flugtauglichkeit eines Piloten müssen die Sachverständigen aber die zuständigen Stellen alarmieren.

Am 24. März 2015 war ein Germanwings-Airbus auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf in den südlichen französischen Alpen zerschellt. Der deutsche Copilot Andreas Lubitz, der offenbar jahrelang unter Depressionen gelitten hatte, soll die Maschine vorsätzlich zum Absturz gebracht haben. Alle 150 Menschen an Bord starben.

(xity, AFP)