18.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Bundesrechnungshof wirft großer Koalition mangelnde Aufsicht über Bahn vor

Bundesrechnungshof wirft großer Koalition mangelnde Aufsicht über Bahn vor

Präsident Scheller fordert mehr Prüfrechte für hundertprozentige Bundes-Tochter

Bundesrechnungshof-Präsident Kay Scheller wirft der großen Koalition in Berlin vor, ihre Aufsichtspflicht über die Bahn zu vernachlässigen. "Der Staat muss seiner Aufgabe als Eigentümer und Aufseher über die Geschäfte der Bahn besser gerecht werden", sagte Scheller.

Bundesrechnungshof-Präsident Kay Scheller wirft der großen Koalition in Berlin vor, ihre Aufsichtspflicht über die Bahn zu vernachlässigen. "Der Staat muss seiner Aufgabe als Eigentümer und Aufseher über die Geschäfte der Bahn besser gerecht werden", sagte Scheller den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagausgaben). Bei der Bahn laufe "offensichtlich einiges schief".

Der Bund müsse "wieder mehr Finanzkontrolle" über die Bahn erhalten, forderte Scheller. Der Rechnungshof-Chef kritisierte, dass der Bund Milliarden Euro gebe, "aber das Unternehmen entscheidet über die Verwendung des Geldes". Den Einsatz der Mittel nannte er "teilweise intransparent".

Der Bundesrechnungshof müsse die Finanzen der Bahn umfassend kontrollieren können, verlangte Scheller. Schließlich sei die Bahn zu 100 Prozent im Eigentum des Bundes und erhalte derzeit rund sechs Milliarden Euro Zuschuss pro Jahr aus Steuergeld.

Grüne und Linke warfen der Bundesregierung Versäumnisse vor. "Das ist eine schallende Ohrfeige für die Bundesregierung, die ihre Pflichten als Eigentümer und Aufsicht über die Deutsche Bahn sträflich vernachlässigt", bewertete der Vizevorsitzende der Linksfraktion, Fabio De Masi, die Äußerungen Schellers.

"Die Bundesregierung verweigert seit Jahren eine wirkungsvolle Kontrolle des bundeseigenen Bahnkonzerns", erklärte der Grünen-Bahnexperte Matthias Gastel. "Wer nicht anständig kontrolliert, trägt eine erhebliche Mitverantwortung für alles, was außer Kontrolle gerät."

Scheller übte scharfe Kritik an der Bahn. "Wir stellen immer wieder fest, dass die Bahn die Bundesmittel für den Schienenwegebau unwirtschaftlich einsetzt oder zweckwidrig verwendet." Die Infrastruktur sei "jahrelang auf Verschleiß gefahren" worden, sagte er. Das Konzept "Gewinnmaximierung und weltweite Unternehmensbeteiligungen" vertrage sich nicht mit dem Auftrag des Bundes, "verlässliche Schienenmobilität für die Bürger sicherzustellen".

© 2018 AFP


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