19.10.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Bundesrat will Situation von Hebammen verbessern

Bundesrat will Situation von Hebammen verbessern

Bund soll steuerfinanzierten Haftungsfonds prüfen

Der Bundesrat setzt sich für eine Verbesserung der Situation freiberuflicher Hebammen ein.

Berlin - Die Länderkammer verabschiedete einen Entschließungsantrag, mit dem die Bundesregierung aufgefordert wird, nach einer tragfähigen Lösung zu suchen. Dies sei "zur Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung der Geburtshilfe dringend notwendig".

Die extrem gestiegenen Prämien für die Berufshaftpflichtversicherung bringen die freiberuflichen Hebammen zunehmend in Bedrängnis. "Eine weitere Schwächung der freiberuflichen Geburtshilfe und damit Versorgungslücken sind zu verhindern", heißt es in der Entschließung des Bundesrats.

Zunächst gehe es darum, kurzfristig für eine angemessene Vergütung zu sorgen, um die flächendeckende Geburtshilfe weiter zu gewährleisten. Zudem müsse geprüft werden, ob das Haftungsrisiko langfristig etwa durch einen steuerfinanzierten Haftungsfonds abgesichert werden kann. Dieser Fonds würde dann für Kosten aufkommen, die über die Haftungshöchstgrenzen hinausgehen.

Die Haftpflichtprämien für freiberufliche Hebammen sind in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Die Lage hatte sich zuletzt durch den angekündigten Ausstieg einer Versicherung aus den beiden letzten verbliebenen Versicherungskonsortien weiter zugespitzt. Nach Angaben der Hebammen-Verbände droht den rund 3500 freiberuflichen Hebammen, die noch die klassische Geburtshilfe zu Hause, im Geburtshaus oder als Beleghebammen in Kliniken anbieten, ab Sommer 2015 das Aus. Bereits in den vergangenen Jahren sind viele Hebammen aus der Geburtshilfe ausgestiegen.

Schadensfälle in der Geburtshilfe sind zwar sehr selten. Im Einzelfall erreichen die Schadenssummen aber enorme Ausmaße. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hatte den Hebammen bereits Hilfe zugesagt.

Von den rund 21.000 Hebammen in Deutschland ist nur ein Teil fest angestellt. Die Mehrheit arbeitet freiberuflich, wobei das Gros keine Geburten mehr betreut. Klassische Geburtshilfe leisten nach Schätzungen der Verbände nur 3500 freiberufliche Hebammen.

(xity, AFP)


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