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Bundeskabinett billigt Erhöhung des Wohngeldes

Reform soll Anfang 2016 in Kraft treten

Wer seine Miete nicht mehr alleine aufbringen kann, soll künftig mehr Unterstützung vom Staat bekommen.

Berlin - Das Bundeskabinett billigte den Gesetzentwurf von Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) zur Erhöhung des Wohngeldes. Er sieht eine Anhebung der Leistung für rund 870.000 Haushalte vor - darunter rund 90.000 Haushalte, die bisher auf Leistungen aus der Grundsicherung angewiesen waren.

Ein Zwei-Personen-Haushalt, der 2012 durchschnittlich 112 Euro Wohngeld monatlich bekam, soll dem Gesetzentwurf zufolge künftig 186 Euro bekommen. "Vor allem in Ballungsräumen wollen wir Haushalte mit geringerem Einkommen deutlich entlasten, indem wir die Miethöchstbeträge überdurchschnittlich stark erhöhen", erklärte Hendricks. Dadurch bleibe die soziale Mischung in der Stadt erhalten. Nach Angaben von Hendricks wird mit der Reform, die am 1. Januar 2016 in Kraft treten soll, die Zahl der Anspruchsberechtigten steigen.

Zum einen sollen die sogenannten Tabellenwerte angehoben werden, womit auch der Anstieg der Nebenkosten berücksichtigt wird. Die Tabellenwerte werden um durchschnittlich 39 Prozent angepasst. Zum anderen sollen die Miethöchstbeträge regional gestaffelt und in Regionen mit stark steigenden Mieten überdurchschnittlich stark angehoben werden. Die Miethöchstbeträge bestimmen den Betrag, bis zu dem die Miete durch das Wohngeld bezuschusst wird. Die Leistungsverbesserungen werden gerade Familien und Rentnern zugute kommen. Das Gesetz benötigt die Zustimmung des Bundesrates.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) plädierte dafür, das Wohngeld stärker nach der Kinderzahl im Haushalt zu staffeln. Denn Familien - einschließlich der Alleinerziehenden - machten derzeit nur rund ein Drittel der Wohngeldbezieher aus, erklärte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach.

(xity, AFP)


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