Bundesgesundheitsminister will Impfpriorisierung für Astrazeneca aufheben

Spahn für mehr Flexibilität beim Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Priorisierung für den Corona-Impfstoff von Astrazeneca aufheben.

Berlin - Er werde mit den 16 Landesgesundheitsministern am Donnerstag über eine Aufhebung reden, sagte Spahn am Mittwochabend in der Sendung "Aktuelle Stunde" des WDR. Ziel sei es, dass "unabhängig von Alter oder Vorerkrankung jeder, der mit Astrazeneca geimpft werden möchte, auch geimpft werden kann". Dies gelte für Arztpraxen wie für Impfzentren.

Bislang orientiert sich die Reihenfolge beim Impfen an Alter, Vorerkrankungen und systemrelevanten Berufsgruppen. Einige Bundesländer haben für den Astrazeneca-Impfstoff jedoch bereits die vorgegebene Reihenfolge aufgehoben. Für die anderen Impfstoffe soll die Priorisierung Spahn zufolge wie geplant voraussichtlich im Juni aufgehoben werden.

Auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach forderte die Freigabe von Astrazeneca für alle. "Wenn ältere Menschen den Impftermin mit Astrazeneca nicht wahrnehmen und auf Biontech oder Moderna bestehen, fehlen diese Dosen bei den Jüngeren", sagte Lauterbach dem Wirtschaftsmagazin "Business Insider". "Eine gute Möglichkeit wäre, die Altersbeschränkung für Astrazeneca aufzuheben und diesen Impfstoff für alle anzubieten, wie es in einigen Bundesländern auch praktiziert wird."

Spahn sprach sich zudem für mehr Flexibilität beim Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung aus. "Wir haben jetzt regelhaft zwölf Wochen gemacht, weil die Wirksamkeit höher ist. Wir werden aber deutlich mehr Flexibilität jetzt möglich machen", sagte er. "Die Zweitimpfung haben jetzt viele lieber früher, auch mit Blick auf den Sommer - das geht mit Astrazenca auch innerhalb der Zulassung."

(xity, AFP)