15.09.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Bundesdatenschutzbeauftragte warnt vor Einsatz von Dashcams in Autos

Bundesdatenschutzbeauftragte warnt vor Einsatz von Dashcams in Autos

Voßhoff: Private Video-Dauerüberwachung des Verkehrs ist verboten

Die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff steht dem Dauer-Einsatz von kleinen Videokameras in Autos ablehnend gegenüber.

Berlin - "Wenn eine Dashcam dazu genutzt wird, den Verkehr lückenlos zu dokumentieren, ist dies datenschutzrechtlich unzulässig", sagte Voßhoff der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwochsausgabe). Der Einsatz von Dashcams ist eines der Themen auf dem Deutschen Verkehrsgerichtstag, der am Mittwoch in Goslar begann.

Datenschutzrechtlich unproblematisch sei dagegen eine rein private zeitweise Nutzung der Dashcam, betonte Voßhoff. Dazu gehöre etwa das Anfertigen von Panoramaaufnahmen bei der Autofahrt in den Urlaub, die anschließend im Freundeskreis vorgeführt werden sollten.

Dashcams sind kleine Kameras, die auf dem Armaturenbrett oder an der Windschutzscheibe angebracht werden und üblicherweise in einer Art Endlosschleife filmen. Deren Videos sollen im Fall von Unfällen oder Verkehrsverstößen anderer als Beweismittel dienen.

Auf dem Verkehrsgerichtstag diskutieren Experten aus Wirtschaft, Justiz und Verwaltung über aktuelle verkehrsrechtliche Fragen und Entwicklungen. Die Datenschützer warnen seit langem vor dem Einsatz von Dashcams. Ihrer Bewertung zufolge stellt eine permanente und heimliche Videoaufzeichnung des Verkehrs in jedem Fall einen schwerwiegenden Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Gefilmten dar. Derartiges sei nur zu sehr eng begrenzten und genau definierten Zwecken überhaupt mit dem Bundesdatenschutzgesetz vereinbar.

(xity, AFP)


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