21.09.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Bundesbürger mehrheitlich für Masern-Impfpflicht

Bundesbürger mehrheitlich für Masern-Impfpflicht

Kinderärzte: Bei unklarem Impfschutz erneut impfen

In Deutschland gibt es - ausgelöst durch die aktuelle Massernwelle - eine Debatte über eine Impfpflicht.

Berlin - Eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger befürwortet laut einer Umfrage eine gesetzlichen Impfpflicht gegen Masern. In einer Befragung von TNS/Emnid für den "Focus" sprachen sich 76 Prozent für die verpflichtende Impfung aus. In Ostdeutschland waren dies sogar 90 Prozent. Lediglich 17 Prozent der Bundesbürger sind gegen eine Impfpflicht. Befragt wurden am 23. und 24. Februar rund 1000 Menschen.

Zuletzt hatten sich aufgrund der in Berlin grassierenden Masernwelle die Forderungen nach einer Impfpflicht gemehrt. Ein Kleinkind starb in der Hauptstadt infolge der Erkrankung. Politiker von Union und SPD, Ärzte-Präsident Frank-Ulrich Montgomery sowie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hatten eine Impfpflicht ins Gespräch gebracht. Justizminister Heiko Maas (SPD) sieht dies aber nur als letztmögliches Mittel. Auch Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will zunächst weiterhin vor allem auf die Impf-Beratung setzen.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte riet bei unklarem Impfschutz dazu, notfalls erneut gegen Masern zu impfen. Es bestehe keine Gefahr, wenn jemand eine Masernimpfung auch mehr als zweimal erhalte, erklärte Verbandssprecher Ulrich Fegeler. Lediglich immungeschwächte Patienten müssten vorsichtig sein, da ein Lebendimpfstoff verwendet werde. Lebendimpfstoffe enthalten eine stark abgeschwächte Variante des Krankheitserregers.

(xity, AFP)


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