19.10.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> BUND und Wissenschaftler fordern schnellere Energiewende

BUND und Wissenschaftler fordern schnellere Energiewende

Drastische Steigerungen bei Energieeffizienz verlangt

Umweltschützer und Wissenschaftler drücken bei der Energiewende aufs Tempo.

Berlin - Diese könne nur erfolgreich sein, wenn der Ausbau von Wind- und Solarkraftwerken ungebremst weitergehe und "von einer zielgerichteten Energiesparpolitik flankiert" werde, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung des Umweltverbands BUND und der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW). Drastische Energiesparmaßnahmen seien auch für ein Erreichen der deutschen Klimaziele erforderlich.

Scharfe Kritik äußerte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger an Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). Die von Gabriel geplante "Deckelung erneuerbarer Energien verhindert mehr Klimaschutz und verschreckt private Investoren", warnte Weiger anlässlich der Vorstellung des gemeinsam mit der VDW herausgegebenen Buchs "Gemeinschaftsprojekt Energiewende. Fahrplan zum Erfolg" in Berlin.

Der VDW-Vorsitzende Ulrich Bartosch wandte sich gegen "Versuche, die Energiewende zu diffamieren". Statt die Energiewende kleinzureden, müsse sie dringend auf die Bereiche Wärme und Verkehr ausgedehnt werden. Bartosch forderte zudem "Weichenstellungen für eine möglichst dezentrale Stromerzeugung in der Hand der Bürger" sowie auf EU-Ebene einen Emissionshandel, "der seinen Namen auch tatsächlich verdient".

Die Energiewende sei "das wichtigste Gemeinschaftswerk dieser Generation", erklärte auch der frühere Präsident des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt und Energie, Peter Hennicke. Er hob hervor, die Energiewende vermindere nicht nur Klimarisiken sondern mache auch unabhängiger von Rohstoffimporten. Zudem steigere sie die internationale Wettbewerbsfähigkeit und schaffe "eine hohe Anzahl qualifizierter Jobs".

BUND und Wissenschaftler warfen der großen Koalition vor, mit ihrer Energiepolitik bisherige Energie- und Klimaziele zu "beerdigen". 2010 hatte sich die damalige Bundesregierung darauf festgelegt, bis 2050 den Primärenergiebedarf um 50 Prozent zu verringern, den CO2-Ausstoß um 80 bis 95 Prozent zu reduzieren und den Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Endenergieverbrauch auf mindestens 60 Prozent zu steigern. Davon sei im Koalitionsvertrag nicht mehr die Rede.

(xity, AFP)


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