Bund und Länder wollen mehr tun gegen Müll im Meer

Treffen mit Firmenvertretern - Greenpeace will Verbot von Einwegtüten

Mehr als 100 Millionen Tonnen Müll befinden sich Schätzungen zufolge in den Meeren weltweit - Bund und Länder wollen nun mehr gegen das Problem unternehmen.

Berlin - Bei einem Treffen mit Vertretern der Länder, Experten und Unternehmensvertretern in Berlin erklärte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) am Freitag, es sei "ein breites Maßnahmenbündel" nötig, "um den Müllmengen in den Weltmeeren Herr zu werden".

Schätzungen zufolge liegen allein auf dem Grund der Nordsee rund 600.000 Tonnen Abfall, wie das Bundesumweltministerium mitteilte. Beim Müll im Meer handle es sich größtenteils um Kunststoffe, sagte die Präsidentin des Umweltbundesamts, Maria Krautzberger. "Das Problem ist also hausgemacht und liegt an uns; was wir produzieren, kaufen, was wir wie konsumieren."

Der Runde Tisch gegen Meeresmüll, der am Freitag erstmals tagte, soll Deutschlands Kampf gegen den Abfall koordinieren und die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen vorantreiben. Nach Angaben des Umweltministeriums laufen unter anderem Gespräche mit der Fischereibranche, um die Entsorgung von Fischereigerät wie etwa Fangnetzen im Meer zu verhindern.

Mit der Kosmetikindustrie wird den Angaben zufolge diskutiert, wie die Verwendung von Mikroplastik, also kleinsten Kunststoffteilchen, in den Produkten beendet werden kann. Der Einzelhandel soll mit einer Selbstverpflichtung dafür sorgen, dass die Benutzung von Plastiktüten zurückgeht.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hält allerdings Selbstverpflichtungen von Industrie und Händlern nicht für ausreichend. Nötig sei unter anderem "eine gesetzliche Regelung gegen Einwegtüten", erklärte Greenpeace-Meeresexpertin Sandra Schöttner. Auch müsse Mikroplastik in Kosmetika verboten werden.

Am Runden Tisch Meeresmüll sind nach Angaben des Bundesumweltministeriums neben Politikern und Vertretern von Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden unter anderem die Fischereiwirtschaft und die Schifffahrt vertreten, Vertreter von Kosmetik- und Reifenindustrie, der Einzelhandel sowie Umweltverbände.

(xity, AFP)