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Bund und Länder wollen Kampf gegen kriminelle Clans verschärfen

Straftaten von polizeibekannten Großfamilien sollen bundesweit erfasst werden

Bund und Länder wollen gemeinsam den Kampf gegen kriminelle Großfamilien verschärfen.

Berlin - Experten von Polizei und Kriminalämtern arbeiten derzeit an einer bundesweit besseren Erfassung von Straftaten polizeibekannter Clans, wie die "Berliner Morgenpost" und das ARD-Politikmagazin "Kontraste" am Donnerstag berichteten. Die Sicherheitsbehörden wollen demnach "Clan-Kriminalität" klarer definieren und genauer zu anderen Bereichen der organisierten Kriminalität abgrenzen, wie etwa der Mafia-Kriminalität.

Bislang gibt es anders als bei Drogendelikten oder Wirtschaftskriminalität zu Straftaten von Clan-Mitgliedern noch keine polizeilichen Lagebilder. Im Herbst sollen den Berichten zufolge erste Ergebnisse der Expertentreffen vorliegen.

Innenpolitiker fordern einen harten Kurs im Umgang mit straffällig gewordenen Clan-Mitgliedern. Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) sagte, die Stadt werde weiterhin Kräfte bündeln und eng vernetzen. Das bedeute "intensive Zusammenarbeit" der Behörden in Bund und Ländern, etwa der Steuerfahndung, dem Zoll und dem Bundeskriminalamt. Aus Sicht des SPD-Politikers müssten die Behörden die Kriminellen "dort treffen, wo es ihnen richtig weh tut: beim Geld und Eigentum".

Im Zuge eines Geldwäscheverfahrens gegen eine Großfamilie und Verdächtige aus deren Umfeld beschlagnahmte die Polizei in Berlin im vergangenen Monat 77 Immobilien im Gesamtwert von rund 9,3 Millionen Euro vorläufig. Laut "Spiegel" sollen die Verdächtigen einer arabischen Großfamilie angehören.

Mitglieder des Clans seien in der Vergangenheit durch spektakuläre Einbrüche in Berlin aufgefallen, berichtete das Magazin weiter. Demnach stehen drei Männer der Großfamilie im Verdacht, im März 2017 eine 100 Kilogramm schwere Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum gestohlen zu haben. Die Goldmünze namens "Big Maple Leaf" mit einem Materialwert von etwa 3,7 Millionen Euro blieb bis heute verschwunden.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte der "Berliner Morgenpost" und dem Magazin "Kontraste" des RBB, zu den Maßnahmen gehöre auch, konsequent gegen jeden Verstoß vorzugehen, selbst bei kleinsten Verkehrssünden. "Klar muss sein, dass unsere Gesetze gelten und nicht die des Clans."

Neben Berlin und Nordrhein-Westfalen schlagen auch andere Bundesländer Alarm. So sind den Berichten zufolge in Niedersachsen die Polizeieinsätze gegen kriminelle Clan-Mitglieder deutlich angestiegen. 2017 rückten Beamte insgesamt 248 Mal zu "herausragenden Einsatzlagen mit Clan-Bezug" aus.

2016 waren es demnach noch 143 Einsätze. "Äußerst kritisch wird die provokative und offensive Ablehnung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung gesehen", teilte das niedersächsische Innenministerium "Berliner Morgenpost" und "Kontraste" mit.

(xity, AFP)


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