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Bund sagt Hilfe für freiberufliche Hebammen zu

Geburtshelferinnen haben Probleme mit Haftpflicht

Angesichts der Probleme freiberuflicher Hebammen mit der Berufshaftpflicht hat die Bundesregierung Hilfe in Aussicht gestellt.

Berlin - Ab diesem Sommer solle es zunächst eine kurzfristige Lösung geben, um die Kosten für die Berufshaftpflicht für alle betroffenen Hebammen auszugleichen, erklärte die Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes (DHV), Martina Klenk, nach einem Treffen mit Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) in Berlin.

In den kommenden Wochen will eine interministerielle Arbeitsgruppe, die schon in der vergangenen Legislatur tagte, ihren Abschlussbericht zur Versorgung mit Hebammenhilfe vorlegen. Dieser ist laut Gesundheitsministerium dann Grundlage für weitere langfristige Maßnahmen.

Seit Jahren klagen die Hebammen über steigende Haftpflichtprämien. Die Situation hatte sich zuletzt durch den angekündigten Ausstieg einer Versicherung aus den beiden letzten verbliebenen Versicherungskonsortien für Hebammen weiter zugespitzt. Nach Angaben der Verbände droht den freiberuflichen Hebammen, die noch die klassische Geburtshilfe zu Hause, im Geburtshaus oder als Beleghebamme in Kliniken anbieten, ab Sommer 2015 das Aus.

Es gebe nun Hoffnung, dass das strukturelle Problem der Haftpflichtversicherung "endlich politisch angegangen wird", erklärte Klenk. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums betonte, Gröhe nehme das Thema "sehr ernst". Die Aussagen des Koalitionsvertrages zur Verbesserung der Situation der Hebammen seien für den Minister "von hoher Dringlichkeit".

In den vergangenen Jahren gaben den Verbänden zufolge bereits viele Hebammen ihren Beruf auf und stiegen insbesondere aus der Geburtshilfe aus, weil die Haftpflichtprämien überproportional stark gestiegen waren. Von den rund 21.000 Hebammen in Deutschland ist nur ein Teil fest angestellt. Die Mehrheit arbeitet freiberuflich, wobei das Gros keine Geburten mehr betreut. Klassische Geburtshilfe leisten nach Schätzungen der Verbände nur 3500 freiberufliche Hebammen.

(xity, AFP)


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