Brauer halten 7,50 Euro für ein Kneipenbier für möglich

Verband fürchtet Brauereisterben und fordert "Bier-Gipfel" im Kanzleramt

Die deutschen Bierbrauer halten angesichts der stark gestiegenen Produktionskosten einen Preis von 7,50 Euro für ein Kneipenbier für möglich.

Berlin - Das passiere dann, "wenn Brauereien und Gastronomen ihre Mehrkosten voll an den Verbraucher weitergeben", sagte der stellvertretende Vorsitzende des Brauereiverbands Berlin-Brandenburg, Stefan Fritsche, der "Bild" vom Mittwoch. Dann "sind wir Ende dieses Jahres bei 7,50 Euro für den halben Liter Bier".

Bereits am Dienstag hatte der Deutsche Brauer-Bund (DBB) erklärt, dass er aufgrund "massiver" Kostensteigerungen mit Preiserhöhungen in diesem Jahr rechnet. Zahlreiche Brauereien hätten das auch schon angekündigt. Nicht nur Gas und Strom, auch Braumalz und Verpackungsmaterialien hätten sich "drastisch" verteuert.

Fritsche sagte dazu der "Bild", viele Kunden und Kundinnen seien nicht mehr bereit, solche Preise für ein Bier zu zahlen. Die Branche stehe daher "vor der größten Herausforderung in der deutschen Brau-Geschichte". Vielen Brauereien drohe das Aus.

Der Verbandsvertreter forderte daher einen "Bier-Gipfel im Kanzleramt, damit Deutschlands wichtigstes Kulturgut nicht ausstirbt". Teilnehmen sollten Landwirtschaftsminister und Wirtschaftsminister auch aus den Ländern, um ein "deutschlandweites Brauereisterben zu verhindern". Es drohe eine Lage, in der nur noch wenige Konzern-Großbrauereien sich am Markt behaupten könnten.

© 2023 AFP