22.02.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Bomben werden künftig schneller entschärft

Bomben werden künftig schneller entschärft

Bezirksregierung verlangt zügiges Einschreiten

Mit einer neuen Verfügung hat die Bezirksregierung Düsseldorf die Dringlichkeit beim Entschärfen von Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg erhöht.

Krefeld - Hatten die Ordnungsbehörden in enger Abstimmung mit dem Kampfmittel-Beseitigungsdienst bislang bis zu drei Tage Zeit, sich auf das Entschärfen einer Bombe mit Aufschlagzünder vorzubereiten, soll dies nun innerhalb weniger Stunden passieren – also ähnlich wie bei Blindgängern mit einem weitaus gefährlicheren Säurezünder. "Das wird enorme Auswirkungen auf unsere bisherigen Arbeitsabläufe haben. Der Aufwand wird sich um ein Vielfaches erhöhen. Auch die Bevölkerung bekommt dies zu spüren“, sagte Feuerwehr-Chef Josef Dohmen. Einzige Ausnahme: Ein Krankenhaus oder ein Altenheim befinden sich in direkter Umgebung zur Bombe. Die Bezirksregierung sieht diesen Schritt als nötig an, weil die Bomben mittlerweile mehr als 70 Jahre in der Erde liegen. "Kein Mensch weiß, wie sich das auf die Zünder auswirkt“, erklärt Dohmen.

Wie weit um die Bombe Sicherheitszonen eingerichtet werden müssen, entscheidet der Kampfmittel-Beseitigungsdienst. Bei üblichen Fünf-Zentner-Bomben seien es 250 Meter, in denen sich kein Mensch aufhalten darf, in weiteren 250 Metern werde zu luftschutzmäßigem Verhalten aufgerufen. Basierend auf dieser Entscheidung konnte eine Entschärfung unter der Führung der Feuerwehr bislang mittelfristig geplant werden: Die Bevölkerung wurde zwei bis drei Tage im Voraus informiert, es wurden Evakuierungspläne erstellt und der Verkehr weiträumig umgeleitet. Mobilitätseingeschränkte Menschen konnten Krankentransporte in Anspruch nehmen. Von der Evakuierung Betroffene konnten sich in Sammelstellen einfinden und wurden dort auch bei Bedarf mit Getränken und Suppe verpflegt. Oder planten ihren Tag eben anders. "Das wird so alles nicht mehr funktionieren. Wir müssen nun, wahrscheinlich unter Mithilfe von externen Kräften, den Bereich um die Bombe unverzüglich räumen. Lautsprecherdurchsagen werden nötig sein, hier und da werden wir von Tür zu Tür gehen und klingeln müssen“, so Dohmen, der in so einem Fall wahrscheinlich auch nicht auf die komplette Freiwillige Feuerwehr zurückgreifen kann. "Das sind Kräfte, die nicht den ganzen Tag über verfügbar sind, vor allem nicht von jetzt auf gleich.“

Einen ersten Eindruck konnte die Krefelder Feuerwehr bereits sammeln: Bei einer Bomben-Entschärfung in Viersen half sie den dortigen Kollegen.


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