21.02.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Böhnhardt war auch wegen Mordes an Kind im Visier

Böhnhardt war auch wegen Mordes an Kind im Visier

Späterer NSU-Terrorist wurde als Zeuge gehört

Im Zusammenhang mit dem Mord an einem Jungen in Thüringen vor mehr als 20 Jahren hat die Staatsanwaltschaft auch den späteren mutmaßlichen Rechtsterroristen Uwe Böhnhardt ins Visier genommen.

Berlin - Böhnhardt sei damals als Zeuge vernommen worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera am Dienstag. Er sei allerdings nicht als Beschuldigter oder Tatverdächtiger geführt worden.

Die Leiche des neunjährigen Jungen war 1993 an der Saale in Jena gefunden worden. Der Tatverdacht richtete sich nach Angaben des Justizsprechers gegen Enrico T. In der Nähe des Toten sei ein Bootsmotor gefunden worden, der T. gehörte. Dieser bestritt, etwas mit dem Tod des Jungen zu tun zu haben. T. brachte dann wiederum den Namen Böhnhardt ins Spiel.

"Die Ermittlungen haben damals nichts Konkretes erbracht", sagte der Justizsprecher. Das Mordverfahren sei aber nach wie vor nicht abgeschlossen, weil bislang kein Täter ermittelt wurde. So bestehe auch die Möglichkeit, Spuren mit neuesten technischen Methoden erneut zu untersuchen.

Enrico T. spielt auch im Münchner Prozess um die Terrorserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) eine Rolle. Die Anklage wirft ihm vor, er sei Teil jener Kette gewesen, die die Mordwaffe des Typs Ceska für die mutmaßlichen Täter Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos beschafft habe.

Dem NSU werden zehn Morde und zwei Bombenanschläge angelastet. Vor dem Oberlandesgericht München muss sich unter anderem die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe verantworten. Sie soll zusammen mit Böhnhardt und Mundlos, die sich nach einem missglückten Banküberfall im November 2011 das Leben genommen hatten, den NSU gebildet haben.

(xity, AFP)


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