BND-Neubau wurde offenbar vorsätzlich geflutet

Bundesregierung fürchtet weitere Bauverzögerungen

Die Fertigstellung der neuen BND-Zentrale in Berlin hat sich wegen Baumängeln mehrfach verzögert.

Berlin - Der massive Wasserschaden im neuen Berliner Hauptquartier des Bundesnachrichtendienstes (BND) soll vorsätzlich herbeigeführt worden sein. Wie der "Spiegel" berichtet, montierten der oder die Täter in der Nacht zum 3. März mehrere Wasserhähne an Leitungen ab, die bereits unter Druck standen. Damit sei bewusst in Kauf genommen worden, dass 2000 Quadratmeter Bürofläche überflutet wurden.

Die Räume waren zu diesem Zeitpunkt bereits baulich abgenommen und verschlossen. Hineingelangen konnte nur, wer über eine von 118 elektronischen Schlüsselkarten verfügte, wie der "Spiegel" weiter berichtet. Die Ermittler halten demnach einen gezielten Anschlag für möglich.

Die Bundesregierung fürchtet offenbar, dass sich die Fertigstellung des Baus noch aus anderen Gründen weiter verzögern könnte: Zwei von drei Firmen, die für die technische Ausstattung verantwortlich waren, mussten laut "Spiegel" Insolvenz anmelden. Ein Ausfall des verbleibenden Unternehmens würde "dramatische Folgen für den weiteren Bauablauf" haben, zitierte das Magazin aus einem vertraulichen Regierungsbericht. Die Firma teilte ihrerseits mit, sie habe die Arbeit trotz der insolventen Partnerunternehmen "fast ohne Unterbrechung fortsetzen" können. Es seien "keine negativen Auswirkungen auf das Projekt zu erwarten".

Die Fertigstellung der neuen BND-Zentrale hat sich wegen Baumängeln mehrfach verzögert. Im Jahr 2011 war der Neubau wegen des Diebstahls von Bauplänen in die Schlagzeilen geraten. Inzwischen ist für den Umzug das Jahr 2017 im Gespräch.

(xity, AFP)