11.12.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Blätterfraß durch harmlose Gespinstmotten

Blätterfraß durch harmlose Gespinstmotten

Bäume treiben nach Kahlfraß im Juni wieder aus

Aufmerksame Beobachter entdecken zurzeit an Straßenrändern und Hecken einzelne Bäume und Sträucher, die so aussehen, als seien sie in weiß-graue Zuckerwatte eingepackt.

Düsseldorf - Die Ursache dafür sind Raupen eines unscheinbaren Schmetterlings, der Gespinstmotte. Unter dem seidigen Gespinst an den Bäumen verbergen sich die winzigen gelbschwarzen Raupen der Kleinschmetterlingsart. Eine kluge Strategie, denn geschützt vor ihren natürlichen Feinden, wie etwa Vögeln und Schlupfwespen, fressen die Raupen die saftigen, grünen Blätter der Bäume. Dabei sind sie wählerisch. In der Regel werden Vogelbeere, Traubenkirsche, Weißdorn, Pfaffenhütchen und Faulbaum befallen.
Eichen und Buchen bleiben dagegen verschont. Dadurch lassen sich die Raupen der harmlosen Gespinstmotte auch von denen des Eichenprozessionsspinners,
deren Härchen beim Menschen Hautrötungen und Allergien auslösen können, unterscheiden. Denn der Eichenprozessionsspinner ist, wie sein Name sagt, ausschließlich an Eichen zu finden. Bis zu vier Wochen dauert das Raupenstadium der Gespinstmotte. Danach verpuppt sich die Raupe in einem Kokon und schlüpft im Sommer als unscheinbarer kleiner Falter aus. Die schwarzweiß gepunkteten Falter legen wiederum Eier ab, aus denen im Folgejahr neue Raupen entstehen.
Die Raupen fressen also nur rund vier Wochen lang bis spätestens Anfang Juni die Blätter der befallenen Bäume. Diese treiben – auch wenn sie ganz kahlgefressen werden – im Juni/Juli erneut aus. Dies ist in der Natur nichts Ungewöhnliches. Die Befallsstärke schwankt: In manchen Jahren findet man nur ganz wenige Bäume; etwa alle fünf Jahre ist ein stärkerer Befall mit den Raupen der Gespinstmotte zu beobachten. Besonders entlang der Autobahnen und an Hecken sind dann auffällige Bäume und Sträucher zu sehen, die weißlich eingesponnen sind.
Der Einsatz von Pestiziden zur Bekämpfung – so die Stadtgärtner – würde viel mehr Schaden anrichten als nützen, zumal viele anderen Insekten dadurch mit getötet würden und das Gift in die Nahrungsketten gelangt. Zudem sind die Falter eine wichtige Nahrungsgrundlage, zum Beispiel für die Fledermäuse.
In wenigen Wochen werden die Raupen wieder verschwunden sein, auch das Gespinst aus Cellulosefäden wird innerhalb kurzer Zeit biologisch abgebaut und die befallenen Bäume treiben wieder aus. Noch ein Hinweis: Gespinstmotten (Yponomeutidae) sind zwar verwandt mit den normalen Motten. Sie fressen aber glücklicherweise ausschließlich grüne Blätter, so dass niemand Angst um seine Kleidung haben muss.

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