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Black Box mit Hommage an Bo Widerberg

Regisseur im Mittelpunkt einer Filmreihe

Nachdem das letzte Jahr im Filmmuseum ganz im Zeichen Ingmar Bergmans stand, steht im Juni ein weiterer, großer schwedischer Regisseur im Mittelpunkt.

Düsseldorf - Mit einer Filmreihe zeigt das Filmmuseum Düsseldorf bis zum 23. Juni 2019 eine Auswahl aus Bo Widerbergs Schaffen. Geboren 1930 in Malmö, machte sich Bo Widerberg in den 1950er-Jahren zunächst als Schriftsteller und Filmkritiker einen Namen. Nachdem er Ingmar Bergman hart attackiert hatte, er würde Filme ohne Interesse für soziale Verhältnisse drehen, ermöglichte ihm ein Produzent die Produktion seines ersten Spielfilms, "Barnvagnen" ("Kinderwagen", 1963). Zusammen mit Regisseuren wie Vilgot Sjöman, Jan Troell und Roy Andersson leitete Widerberg damit die schwedische Nouvelle Vague ein.

Mit "Kvarteret korpen" ("Das Rabenviertel", 1963), drehte er noch im gleichen Jahr seinen zweiten Film, der – auch dank einer Oscar-Nominierung – für seinen Durchbruch als Regisseur sorgte. 2012 befragte die schwedische Filmzeitschrift Flm 50 Kritikerinnen und Kritiker sowie Filmwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler nach ihrer persönlichen Top 10 der schwedischen Filmgeschichte. "Kvarteret korpen" landete dabei auf Platz zwei, direkt hinter Victor Sjöströms Stummfilm-Meisterwerk "Körkarlen" ("Der Fuhrmann des Todes", 1921).

Mit seinen den Menschen und der Realität zugewandten Filmen wurde Bo Widerberg in den 1960er-Jahren zum Antipoden Ingmar Bergmans, zu einem der bekanntesten schwedischen Regisseure überhaupt und somit eine feste Größe im europäischen Filmschaffen. Nach der Sjöwall/Wahlöö-Verfilmung "Mannen pa taket" (1976) legte Widerberg eine Schaffenspause ein, konnte aber in späteren Jahren nicht mehr an seine frühen Erfolge anschließen.


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