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Bildungsministerin regt Wertedebatte nach Fall Özil an

CDU-Politikerin sieht Mitverantwortung auch ihrer Partei

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat nach dem Rückzug des Fußballprofis Mesut Özil aus der deutschen Nationalmannschaft eine gesellschaftliche Wertedebatte gefordert.

Berlin - "Wir müssen dringend eine ruhige und gründliche Diskussion darüber führen, wie wir miteinander leben wollen und was einem toleranten Umgang im Weg steht", sagte sie dem Berliner "Tagesspiegel" vom Sonntag.

In Özils Äußerungen und auch der Kritik daran zeige sich, dass "jetzt etwas aufbricht, was schon viel länger unter der Decke brodelt, auf beiden Seiten", sagte die Ministerin. Dabei habe auch ihre Partei eine Mitverantwortung: Auch die CDU habe "lange unterschätzt, wie wichtig es ist, über Werte, Regeln und Strukturen von Integration zu sprechen, damit die hier Lebenden und die zu uns Kommenden gut miteinander auskommen und eine Gemeinschaft werden können".

Özil hatte vor einer Woche seinen Rückzug aus der DFB-Elf erklärt und dabei auch Rassismusvorwürfe gegen den Deutschen Fußballbund erhoben. Er war zuvor wegen eines Treffens mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in die Kritik geraten.

Auch FDP-Chef Christian Lindner sieht "Probleme mit Rassismus im Alltag". "Wenn gut ausgebildete Menschen seltener zu Bewerbungsgesprächen eingeladen werden, nur weil ihre Eltern oder Großeltern vor Jahrzehnten aus der Türkei gekommen sind, ist das eine Diskriminierung", sagte er der "Bild am Sonntag". Das jedoch habe für ihn nichts mit der Kritik an Özil zu tun.

Lindner bezeichnete das Thema Migration als "dringend" und forderte einen Migrationsgipfel von Bund, Ländern und Gemeinden nach der Sommerpause, um die "offensichtlichen Mängel im Management zu beheben".

(xity, AFP)


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