19.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Besetzte Schule in Berlin-Kreuzberg wird nicht geräumt

Besetzte Schule in Berlin-Kreuzberg wird nicht geräumt

Flüchtlinge unterschreiben Einigung mit Bezirk

Die seit gut anderthalb Jahren von Flüchtlingen besetzte Gerhard-Hauptmann-Schule in Berlin-Kreuzberg wird nun doch nicht geräumt.

Berlin - Die Flüchtlingsvertreter unterzeichneten am Mittwochabend einen Kompromiss mit dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, der sein tags zuvor gestelltes Räumungsersuchen an die Polizei zurückzog. Nach Polizeiangaben begannen die Sicherheitsbeamten daraufhin in der Nacht damit, die weiträumigen Absperrungen rings um das Schulgelände zu entfernen.

Örtlichen Medienberichten zufolge wurde vereinbart, dass die rund 40 verbliebenen Flüchtlinge weiterhin abgetrennte Bereiche des leerstehenden Schulgebäudes nutzen dürfen, nicht wegen Verstoßes gegen das Aufenthaltsrecht verfolgt werden und Hausausweise bekommen. Die Kontrolle soll nun ein privater Sicherheitsdienst übernehmen, bis zu dessen Arbeitsantritt die Polizei auf Bitten des Bezirks in reduzierter Mannstärke vor Ort bleiben wird.

Zuletzt waren rund tausend Beamte rings um die Gerhard-Hauptmann-Schule im Einsatz. Am Montag hatte die Polizei noch gedroht, ihre Einsatzkräfte von der Schule abzuziehen, sollte das Bezirksamt bis Dienstagmorgen keine Zwangsräumung beschließen. Der bei den Verhandlungen anwesende Grünen-Abgeordnete Hans-Christian Ströbele wertete den Durchbruch auf Twitter zwar nicht als "Grund zum Jubeln", aber dennoch als "Erfolg der Flüchtlinge" und "wichtigen Beitrag zur Deeskalation".

Die leerstehende Schule war vor gut anderthalb Jahren von Flüchtlingen besetzt worden. Da das Gebäude jedoch nicht dafür ausgerichtet war, dauerhaft rund 200 Menschen zu beherbergen, gab es immer wieder Probleme, insbesondere bei den Sanitäranlagen. Als im Streit um die Duschen ein Mann erstochen wurde, wuchs der Druck zur Räumung der Schule. Im Zuge einer Einigung mit dem Bezirk verließ dann vergangene Woche der Großteil der Flüchtlinge das Gebäude, um in andere Unterkünfte umzuziehen. Einige dutzende Flüchtlinge harrten hingegen in der Schule aus.

(xity, AFP)


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