Berliner Charité schränkt wegen Corona-Pandemie erneut Normalbetrieb ein

Planbare Eingriffe werden verschoben - Überlastung des Personals befürchtet

Wegen der steigenden Corona-Fallzahlen fährt die Berliner Charité erneut die Zahl von planbaren Operationen herunter.

Berlin - Das medizinische Personal müsse wieder stärker auf Abteilungen zur Versorgung von Corona-Infizierten konzentriert werden, teilte die größte deutsche Universitätsklinik am Donnerstag auf Twitter mit. "Die steigende Zahl von zu behandelnden Patientinnen und Patienten macht diesen Schritt nötig." Bereits früher in der Pandemie war so verfahren worden.

Das Krankenhaus in der Hauptstadt rechnete nach eigenen Angaben mit einer "erneut starken Arbeitsbelastung" seiner Ärzte und Pflegekräfte. Daher werde die Zahl der sogenannten elektiven Eingriffe von nächster Woche an wieder gesenkt. Die Behandlung von Notfällen laufe aber uneingeschränkt weiter. Gleiches gelte für dringliche Eingriffe, die nicht verschoben werden können.

Wegen einer massiven dritten Welle der Pandemie steigt derzeit die Auslastung von Krankenhäusern bundesweit wieder an. Laut dem zentralen Divi-Intensivregister wurden mit Stand vom Donnerstag 4474 Corona-Patienten auf Intensivstationen behandelt. Die Zahl steigt seit Wochen kontinuierlich an. Bundesweit waren insgesamt 20.900 Intensivbetten verschiedener Versorgungsstufen belegt. Zur Verfügung standen demnach noch etwa 3000 freie Betten.

Bereits in früheren Pandemiewellen hatten Krankenhäuser in ganz Deutschland planbare Eingriffe verschoben, um die Versorgung von Corona-Patienten zu sichern. Dies ist laut Krankenhausbetreibern vor allem eine Frage des Personals. Ein Corona-Intensivpatient bindet mehr Ärzte und Pfleger als andere. Der bisherige Höhepunkt der Auslastung der Kliniken war Anfang Januar erreicht worden, damals waren 5762 Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt.

(xity, AFP)