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Berlin und Athen unterzeichnen Abkommen

Gründung von neuem Jugendwerk beschlossen

Das seit Jahren geplante Deutsch-Griechische Jugendwerk nimmt endgültig Gestalt an.

Berlin - Staatssekretäre aus beiden Ländern unterzeichneten am Donnerstag in Berlin ein Abkommen, das die rechtliche Grundlage des neuen Jugendwerks regelt, wie das Bundesfamilienministerium mitteilte. Es soll nach dem Vorbild der bereits bestehenden Jugendwerke mit Frankreich und Polen die Aussöhnung durch eine verstärkten Jugendaustausch vorantreiben.

Das neue Jugendwerk solle dazu beitragen, "das Verständnis junger Menschen beider Länder füreinander zu verbessern, Vorurteile abzubauen und die Lebensweisen, Traditionen und Mentalitäten im jeweils anderen Land zu verstehen", erklärte Familienministerin Franziska Giffey (SPD).

Außenminister Heiko Maas (SPD) zeigte sich erfreut, "dass die deutsch-griechische Freundschaft mit dem Jugendwerk eine ganz praktische Komponente bekommt".

Das deutsche Büro des Jugendwerks soll den Angaben zufolge "so schnell wie möglich" seine Arbeit in Leipzig aufnehmen. Zunächst müssten aber noch die Verhandlungen über die internen Statuten des Jugendwerks beendet werden.

Die Vorgeschichte des Jugendwerks reicht Jahre zurück. Der damalige Bundespräsident Joachim Gauck hatte sich 2014 bei seinem Staatsbesuch in Griechenland für die Gründung stark gemacht - dies vor dem Hintergrund politischer Spannungen zwischen beiden Ländern: Griechenland behält sich immer noch die Forderung nach Reparationen für das im Zweiten Weltkrieg unter deutscher Besatzung erlittene Leid vor. Die Bundesregierung sieht die Ansprüche allerdings als erledigt an.

Auch die griechische Schuldenkrise lastete schwer auf dem bilateralen Verhältnis: Viele Griechen machten die Bundesregierung für die strengen Sparauflagen der Kreditgeber mitverantwortlich. In Gaucks Beisein wurde bereits im September 2014 eine Absichtserklärung zur Gründung des Jugendwerks unterzeichnet.

Das Ziel, den Jugendaustausch zwischen Deutschland und Griechenland auszubauen, wurde im vergangenen Jahr im schwarz-roten Koalitionsvertrag festgeschrieben. Die Bundesregierung stellt aktuell jährlich drei Millionen Euro für die Finanzierung des Deutsch-Griechischen Jugendwerks zur Verfügung.

Errichtet wird das neue Jugendwerk nach den Vorbildern des Deutsch-Französischen und Deutsch-Polnischen Jugendwerks, die 1963 und 1991 gegründet wurden.

(xity, AFP)


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