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Bericht: Zahl der Bundeswehrsoldaten mit Kriegstraumata kaum verändert

Posttraumatische Belastungsstörung bei knapp 200 Soldaten neu diagnostiziert

Die Zahl der Bundeswehrsoldaten mit Kriegstraumata nach Einsätzen hat sich im vergangenen Jahr kaum verändert.

Berlin - Im Jahr 2018 wurde bei 182 Soldaten eine einsatzbedingte Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) neu diagnostiziert, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" am Montag unter Berufung auf den Sanitätsdienst der Bundeswehr berichtete. Dies waren demnach zwölf Soldaten mehr als im Jahr 2017.

Andere einsatzbedingte Leiden wie Depressionen gingen dem Bericht zufolge leicht zurück. Insgesamt wurde demnach im vergangenen Jahr bei 279 Soldaten eine einsatzbedingte psychiatrische Erkrankung diagnostiziert. Das waren in etwa so viele Neuerkrankungen wie 2017 mit 274 Fällen.

Die tatsächlichen Erkrankungen dürften allerdings höher liegen. Denn es würden nur die Fälle gezählt, die in Bundeswehreinrichtungen behandelt werden, berichtete das Blatt.

Die anhaltend hohe Zahl von Erkrankungen hängt nach Einschätzung des Verteidigungsministeriums auch damit zusammen, dass Soldaten zum Teil erst Jahre später zum Arzt gehen. "Häufig nehmen Betroffene oder deren Umfeld erst Jahre nach dem auslösenden Ereignis eine unserer vielen Hilfsmöglichkeiten wahr", zitierte das Blatt einen Ministeriumssprecher.

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels (SPD), zeigte sich zudem überzeugt, dass viele Soldaten sich auch erst später meldeten, weil die posttraumatische Belastungsstörung erst heute wie eine körperliche Verwundung angesehen werde. Bei vielen Soldaten seien die Erkrankungen inzwischen aber chronisch und es sei fraglich, ob die Bundeswehr den bestehenden Behandlungsbedarf noch adäquat befriedigen könne.

(xity, AFP)


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