Bericht: NSU-Mitglied Mundlos arbeitete für Firma eines V-Mannes

Firma zeitgleich mit Beginn der Mordserie in Bayern aktiv

Das NSU-Mitglied Uwe Mundlos hat einem Bericht zufolge offenbar zeitgleich mit Beginn der Neonazi-Mordserie für die Firma eines V-Mannes des Verfassungsschutzes gearbeitet. 

Berlin - Mundlos sei von 2000 bis 2002 unter einer Tarnidentität als Vorarbeiter bei einer Baufirma im sächsischen Zwickau tätig gewesen, die dem Neonazi Ralf Marschner gehört habe, berichtete ein Autorenteam der "Welt" am Mittwochabend in ihrer ARD-Dokumentation "Der NSU-Komplex".

Dies belegten Dokumente und Zeugenaussagen. Wie das Rechercheteam um Stefan Aust berichtete, arbeitete Marschner zu dieser Zeit als Spitzel des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Dessen Firma und damit Mundlos seien zu einer Zeit auf Baustellen im Raum Nürnberg und München aktiv gewesen, als dort die ersten von insgesamt zehn Morden des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) verübt wurden.

Marschner war dem Bericht zufolge offiziell 2002 vom Verfassungsschutz abgeschaltet worden und seit 2007 im Ausland untergetaucht, bis ihn das Rechercheteam jetzt in Liechtenstein aufspürte.

Zu dem Bericht über die Tätigkeit von Mundlos in der Firma des V-Mannes sagte Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen der "Welt": "Nach unserer Erkenntnislage und nach den Auskünften der damals dafür zuständigen Mitarbeiter haben wir keine Anhaltspunkte dafür, dass es so war."

(xity, AFP)