Bergung maroder Atommüllfässer aus dem Atomkraftwerk Brunsbüttel gegonnen

Erstes von 632 Fässern aus unterirdischen Lagerräumen geholt

Die Bergung hunderter teils maroder Atommüllfässer aus den Kavernen des Atomkraftwerks Brunsbüttel hat begonnen.

Brunsbüttel - Am Montag wurde nach Angaben des schleswig-holsteinischen Energiewendeministerium das erste Fass mit Spezialgreifwerkzeugen aus einem der unterirdischen Lagerräumen gehoben. Insgesamt befinden sich dort 632 Behälter mit leicht- und mittelradioaktiven Abfällen, die unterschiedlich starke Korrosionsschäden aufweisen. Sie sollen geborgen und neu verpackt werden.

Die seit langem vorbereitete Aktion des Betreibers Vattenfall wird dem Ministerium zufolge voraussichtlich drei Jahre dauern. Eine Gefahr für Menschen oder Umwelt besteht demnach nicht. Die Kavernen schließen die radioaktive Strahlung im Inneren grundsätzlich sicher ein, während der Bergung der Fässer gelten weitere besondere Sicherheitsvorkehrungen.

Vor etwa vier Jahre war in dem 2011 endgültig abgeschalteten Atomkraftwerk an der Elbe von einer TÜV-Kontrolleurin ein erstes verrostetes Fass in einer Kaverne entdeckt worden. Bei weiteren Untersuchungen stellte sich heraus, dass ein Großteil der 632 mit Verdampfer- sowie Filterkonzentraten beladenen Fässer angegriffen und mehr oder weniger beschädigt war. Zahlreiche Behälter sind regelrecht zerfressen, der Atommüll in ihnen tritt aus.

Den Grund für die Schäden sieht das für die Atomaufsicht zuständige Ministerium in einer zu hohen Restfeuchtigkeit der Konzentrate, die ursprünglich nicht für derart lange Zeit in den Fässer zwischengelagert werden sollten. Die Fässer werden mit ferngesteuerten Kränen geborgen. Wenn nötig wird ihr Inhalt nachgetrocknet, anschließend wird alles für eine dauerhafte Endlagerung neu verpackt. Letztlich ist der Müll für das Endlager im Schacht Konrad bestimmt. Es steht dem Kieler Ministerium zufolge aber wohl frühestens 2022 bereit.

(xity, AFP)