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Bemühungen der Landeshauptstadt tragen Früchte

Naturschutz: Biber und Uhu melden sich zurück

Im vergangenen Jahr sind in Düsseldorf Beobachtungen zweier gefährdeter Tierarten gelungen, die lange Zeit nicht mehr in der Region zu finden waren.

Düsseldorf - "Der Biber und der Uhu sind jetzt wieder in Düsseldorf heimisch. Das ist ein Ergebnis verstärkter Bemühungen um den Naturschutz seitens der Stadt. Dazu gehören zum Beispiel die Ausweisung der zwölf Naturschutzgebiete, die Schaffung und der Erhalt von Biotopen mit störungsarmen Gebieten sowie auch die Renaturierung von Bächen", erklärte Gartenamtsleiterin Doris Törkel. Eine weitere gefährdete Tierart, die zurzeit besondere Unterstützung brauche, sei der Steinkauz. Denn durch den Sturm Ela am Pfingstmontag, 9. Juni, haben Steinkäuze, für die die Landeshauptstadt Düsseldorf eine landesweite Verantwortung hat, etliche Nistplätze verloren. Von der Jugendarrestanstalt Düsseldorf wurden nun neue zusätzliche Nistkästen gebaut, die vom Gartenamt aufgehängt werden.

Biber

Der Biber ist, weil er stark bejagt wurde, um 1820 am Niederrhein ausgestorben. Besonders auf das so genannte Bibergeil als medizinisches Wundermittel und auf den besonders dichten Pelz hatten die Jäger es abgesehen. Von ehemals vielen Millionen Exemplaren in ganz Eurasien überlebten nur wenige tausend Tiere die Jagd. In Europa konnten sie sich nur in den entlegensten Gegenden an der Mittelelbe, in Norwegen und an der Rhone halten. Ab 2003 wurde ein Wiederansiedlungsprojekt an der Maas in den Niederlanden und am Niederrhein nördlich von Wesel gestartet. Die Tiere konnten sich dort etablieren und zunächst langsam ausbreiten. Erst im Jahr 2014 hat es eine Verbreitung über die eigentlichen Ansiedlungsgebiete hinaus gegeben. Im Stadtgebiet von Düsseldorf sind inzwischen an drei Stellen einzelne Biber gesichtet worden.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass man den Biber leicht mit dem viel häufigeren Nutria und dem wesentlich kleineren und ebenfalls häufigen Bisam verwechseln kann. Beiden Arten fehlt aber der typische abgeplattet Biberschwanz. "Ob sich der Biber längerfristig im Stadtgebiet Düsseldorf etablieren wird, bleibt abzuwarten. Geeignete Habitate sind zum Beispiel in der Urdenbacher Kämpe durchaus vorhanden", erläuterte die Gartenamtsleiterin.

Uhu

Der Uhu ist um 1960 in Nordrhein-Westfalen (NRW) ebenfalls durch intensive Bejagung und zusätzlich durch den Einfluss des Umweltgiftes DDT ausgestorben. Für Düsseldorf gibt es keine Hinweise, dass diese Art im 19. und 20. Jahrhundert hier vorgekommen ist. Bereits ab 1965 wurde die Wiederansiedlung in der Eifel begonnen. Es erfolgte eine sehr langsame Ausbreitung in den Mittelgebirgen. Inzwischen gibt es wieder rund 400 Paare in NRW. Seit 2008 wurden erste Einzelfunde in Düsseldorf bekannt, vermutlich aus den Beständen in Wülfrath und Velbert. Im Jahr 2014 konnte sogar erstmals eine Brut in Düsseldorf nachgewie-sen werden. Obwohl diese Vogelart sehr scheu ist und extrem große Re-viere besiedelt, wird davon ausgegangen, dass sich in den nächsten Jah-ren noch weitere Uhu-Reviere feststellen lassen. Dazu sind jedoch stark beruhigte Bereiche in den Kernzonen der Naturschutzgebiete notwendig. Es wurde sogar beobachtet, dass die große Eule zum Jagen in die Stadt fliegt, wo sie Ratten, Kaninchen aber auch Enten und ähnlich große Tiere erbeutet.

Steinkauz

Der Steinkauz hat seinen innerdeutschen Verbreitungsschwerpunkt in Nordrhein-Westfalen. Etwa 6.000 der 7.500 Steinkauzpaare in Deutschland leben in diesem Bundesland. Die Bestände in Düsseldorf stellen ein Bindeglied zwischen den großen Vorkommen am Niederrhein und denen in der Köln Bonner Bucht dar und sind für die Vernetzung der Population in NRW wichtig. Gemeinsam mit dem Naturschutzbund Nabu betreut die Stadtverwaltung ausgehend von der Landschaftspflegestation Hexhof und der Unteren Landschaftsbehörde die Steinkauzreviere. Neue Nistkästen werden aufgehängt und alte auf den Besatz und den Zustand kontrolliert. Dabei werden die Bestände auch durch Beringung über-wacht. Durch den Sturm Ela sind auch diverse Kästen des Steinkauzes beschädigt oder zerstört worden.

Die Jugendarrestanstalt Düsseldorf hat daher in der hauseigenen Schreinerei 30 spezielle Steinkauzkästen gebaut. "Die Jugendlichen hatten Freude mit dieser Arbeit einen Beitrag zum Schutz der kleinen Eule zu leisten", berichtet Erwin Pütz, der Leiter der Einrichtung. Die Nistkästen werden im Stadtgebiet verteilt aufgehängt. Sie schützen den Steinkauz vor dem Zugriff von Raubtieren wie zum Beispiel dem Marder. Alle Steinkauzreviere befinden sich in Rheinnähe. Auch im Rheinvorland von Oberkassel, im Rheinpark und im Hofgarten ist die seltene Eule zu Hause. Insbesondere dort werden aufgrund der Sturmschäden mehrere Kästen neu aufgehängt.


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