Beitragsbemessungsgrenzen steigen 2015 deutlich an

Gutverdiener müssen mehr für Sozialversicherung zahlen

Die Beitragsbemessungsgrenzen für die gesetzlichen Sozialversicherungen steigen im kommenden Jahr spürbar an.

Berlin - Das geht aus der vom Kabinett beschlossenen Verordnung zu den diesbezüglichen Rechengrößen hervor. Diese werden damit turnusmäßig der Einkommensentwicklung des Vorjahres angepasst.

Die Beitragsbemessungsgrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung steigt im Westen Deutschlands 2015 von 5950 auf 6050 Euro Bruttomonatseinkommen, im Osten von 5000 Euro auf 5200 Euro. Sozialbeiträge werden nur auf Einkommen bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze erhoben, darüber liegende Einkünfte sind also beitragsfrei.

Bei der Kranken- und Pflegeversicherung soll es einen Anstieg der Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 4050 auf 4125 Euro Monatseinkommen geben. Hier gilt für ganz Deutschland ein einheitlicher Wert. Die Versicherungspflichtgrenze für die Krankenversicherung steigt demnach von 4462,50 Euro auf 4575 Euro. Wer mehr verdient, kann sich statt in einer gesetzlichen Kasse auch privat versichern.

Die Verordnung bedarf noch der Zustimmung des Bundesrats, die aber als sicher gilt. Ohnehin ergeben sich die neuen Werte weitgehend aus der Umsetzung gesetzlicher Bestimmungen, für Abweichungen wären Gesetzesänderungen erforderlich. Zugrundegelegt wurde für Deutschland insgesamt ein Einkommensanstieg im Jahr 2013 um 2,03 Prozent, für den Westen des Landes von 1,99 Prozent und für Ostdeutschland von 2,19 Prozent.

Die exakte Mehrbelastung für die Versicherten durch die höheren Grenzwerte lässt sich noch nicht ermitteln, da die künftigen Beitragssätze vor allem der Kranken- und Rentenversicherung noch offen sind. Für alle, deren Einkommen unter den jeweiligen Grenzwerten liegt, ändert sich durch deren Anhebung der Beitragsbemessungsgrenzen aber nichts.

(xity, AFP)