14.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> "Beinahe wäre es passiert…!"

"Beinahe wäre es passiert…!"

Hilfe bei Konflikten und drohender Gewalt

"Beinahe wäre es passiert…!" lautet der Titel des neu herausgegebenen Flyers der Arbeitsgruppe "Häusliche Gewalt und Gesundheit" der Kommunalen Gesundheitskonferenz Krefeld (KGK).

Krefeld - Er enthält Informationen zu Beratung und Hilfe bei Konflikten und drohender Gewalt bei der Versorgung pflegebedürftiger Menschen durch Angehörige oder andere Bezugspersonen. Die in Krefeld niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten, wie auch ambulante Pflegedienste und Apotheker sollen den Flyer an die Hand bekommen, um Betroffene bei Bedarf auf die darin aufgeführten Krefelder Hilfeeinrichtungen aufmerksam zu machen. Diese helfen entweder selbst oder vermitteln weitere Kontakte aus dem "Krefelder Netzwerk gegen Häusliche Gewalt“. Der Flyer "Beinahe wäre es passiert…!“ ist unter www.krefeld.de in der Rubrik "Gesundheit und Soziales“ unter "Gesundheitskonferenz“ zu finden.

Knapp 70 Prozent der etwa zwei Millionen pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werden in und größtenteils auch von ihren Familien versorgt. Durch die körperliche wie auch seelische Belastung kann es zwischen Pflegepersonen und den Pflegebedürftigen zu schwierigen Situationen und Konflikten kommen. Beispiele sind Missachtung oder Verletzung der Privatsphäre, Demütigung, mangelhafte Pflege, Manipulation, Medikamentenmissbrauch oder Quälen. Schlimmstenfalls kann die Pflegesituation auch zu aggressiven oder sogar gewalttätigen Verhaltensweisen führen, wenngleich in den meisten Fällen die Gewalt nicht mit einer Schädigungsabsicht angewendet wird. Gründe hierfür können Überforderung, Zeitdruck, Unwissenheit, Hilflosigkeit, unausgesprochene Spannungen, ungünstige Rahmenbedingungen oder starke Abhängigkeitsverhältnisse sein.

"Gerade im Bereich der Pflege gibt es in Krefeld viele Möglichkeiten der Beratung, Hilfe und Unterstützung für pflegende Angehörige. Leider sind sie nicht ausreichend bekannt oder werden meist aus Schamgefühl nicht oder erst spät wahrgenommen“, sagt Diana Niedree, Pflegeberaterin der AOK-Pflegekasse in Krefeld. "Mit dem Flyer hoffen wir, über die jeweiligen Bezugspersonen des Gesundheitswesens einen Zugang zu den Betroffenen zu finden und deren Hemmschwelle zu senken, sich Beratung und Hilfe zu holen“ fügt Dr. Tim Strotmann-Tack, Oberarzt im Krankenhaus Maria Hilf der Alexianer GmbH, ergänzend hinzu. Mit finanzieller Unterstützung der Pflegekassen können sich Angehörige Entlastungen holen, beispielsweise über eine Kurzzeit- oder Verhinderungspflege, eine Tagespflege, die Nachbarschaftshilfe oder über private Unternehmen, die Hauswirtschaftshilfe, Pflege oder Betreuung anbieten.

Die im Flyer "Beinahe wäre es passiert …!“ aufgeführten Krefelder Organisationen helfen selbst oder vermitteln weitere Hilfen: Der Kommunale Pflegestützpunkt der städtischen Pflegeberatung und Altenhilfe (Telefon 863114), der Pflegestützpunkt der AOK (Telefon 856232), der Ärztliche und der Sozialpsychiatrische Dienst des städtischen Fachbereichs Gesundheit (Telefon 863517), die Beratungsstelle für Alterserkrankungen (Telefon 3347225), die Krisenhilfe (Telefon 6535253) sowie die jeweilige Pflegekasse. Der in Anlehnung an den Flyer der Städteregion Aachen entwickelte Krefelder Flyer wird im August auf der Fachtagung "15 Jahre Gesundheitskonferenzen in Nordrhein-Westfalen“ des Landesgesundheitsministeriums präsentiert. Fragen zum Projekt beantworten die Geschäftsführerinnen der KGK, Birgit Paas und Jeanette Drees, unter birgit.paas@krefeld.de und jeanette.drees@krefeld.de


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