23.02.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Behörden geben nach Dioxinfund in Hamburg größtenteils Entwarnung

Behörden geben nach Dioxinfund in Hamburg größtenteils Entwarnung

Keine großflächige Verseuchung festgestellt i

Nach dem Fund von hochgiftigem Dioxin in einem Hamburger Naturschutzgebiet haben die Behörden größtenteils Entwarnung gegeben.

Hamburg - Nach Angaben der Hamburger Umweltbehörde vom Dienstag ergaben die Untersuchungen, dass die Kontamination auf eine relativ kleine Fläche begrenzt ist. Das Grundwasser, ein angrenzender Badesee sowie nahegelegene Wohngebiete seien nicht betroffen. Lediglich die fragliche Böschung an einem Wanderweg müsse nun saniert werden.

Im Naturschutzgebiet Boberger Niederung im Südosten Hamburgs war bei einer Routineuntersuchung im Herbst ein drastisch erhöhter Dioxinwert gemessen worden, der den erlaubten Grenzwert um das 700-Fache überschritt. Dies löste Befürchtungen vor einem großen Umweltskandal aus. Die Behörden sperrten vier Hektar ab und nahmen rund 900 weitere Bodenproben. Auch Pilze und Fische wurden getestet.

Laut Umweltbehörde wiederholte sich der extreme Dioxinwert auch auf der kontaminierten Teilfläche nicht annähernd. Die sonstigen Werte dort lagen aber ebenfalls klar über dem Grenzwert. Eine Sanierung der Fläche sei unvermeidbar. Die Planungen dazu liefen derzeit noch.

Aufgrund der chemischen Signatur des gefundenen Dioxins bestätigte sich demnach ferner der Verdacht, dass das Gift aus der Produktion von Pflanzenschutzmitteln in einer inzwischen längst stillgelegten Hamburger Fabrik des Chemiekonzerns Boehringer Ingelheim stammt. Es gebe jedoch noch keine Erklärung, wie die Abfälle an den Fundort gelangt seien: "Die Recherchen dazu sind noch nicht abgeschlossen."

Früheren Angaben der Umweltbehörde zufolge könnten die Rückstände des Gifts in den 60er Jahren in den Boden gelangt sein. Auf einem Luftbild von 1962 fanden sich Hinweise, dass an der Fundstelle nahe eines Bahndamms neben Bauschutt und Abraum illegal Industrieabfälle entsorgt worden sein könnten. Die Behörden prüften vorsichtshalber auch eine unweit gelegenen Altdeponie. Diese ist aber dioxinfrei.

Dioxin ist eine Sammelbezeichnung für hochgiftige Verbindungen aus chlorierten Kohlenwasserstoffen, die in höheren Dosierungen schwere Körperschäden verursachen und sich außerdem über lange Zeiträume im menschlichen Körperfettgewebe anreichern können. Einige gelten als krebserregend. Kinder von mit Dioxinen belasteten Müttern weisen Entwicklungsstörungen auf.

(xity, AFP)


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