Behörden fürchten Gewalt zwischen Kurden und Salafisten

Verfassungsschutz laut "Spiegel Online" alarmiert

Der Verfassungsschutz in NRW befürchtet einem Bericht zufolge Angriffe von Kurden auf Salafisten in Deutschland.

Düsseldorf - Das Nachrichtenportal berief sich auf ein vertrauliches Schriftstück des Düsseldorfer Verfassungsschutzes. Darin heißt es demnach, es lägen vermehrt Hinweise darauf vor, "dass es vor allen in kurdischen und jesidischen Kreisen, teilweise aber auch in schiitischen Gruppen, eine wachsende Bereitschaft gibt, mit Gewalt gegen erkannte Salafisten vorzugehen."

Gefährdet seien aus Sicht der Behörden vor allem öffentlich auftretende salafistische Missionierungstrupps, berichtet das Onlineportal weiter. Deren Betätigung werde von kurdischen Kreisen als "unerträgliche Propaganda" der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) wahrgenommen. Der "Hass" auf Sympathisanten des IS könne sich "jederzeit durch Handgreiflichkeiten entladen", ohne dass es dazu weiterer Provokationen bedürfe, heißt es demnach in dem nach einem Treffen zwischen Verfassungsschützern und Beamten des Landeskriminalamts erstellten Dokument.

Als alarmierend werten die NRW-Sicherheitsbehörden dem Bericht zufolge auch einen Video-Aufruf eines deutsch-kurdischen Rappers. Dieser solle seine Gefolgsleute dazu aufgefordert haben, Salafisten zu ermitteln sowie ihre Adressen und Auto-Kennzeichen festzuhalten. "Der von ihm genannte Zweck, nämlich alsdann die Polizei über salafistische Umtriebe zu unterrichten, wird hier als Vorwand gewertet", zitierte "Spiegel Online" aus dem Schriftstück der Düsseldorfer Behörde von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD).

Am Rande kurdischer Demonstrationen für mehr Unterstützung ihrer Landsleute gegen den IS hatte es in der vergangenen Woche Auseinandersetzungen in mehreren Städten gegeben. Bei den Demonstrationen ging es insbesondere um die umkämpfte syrische Kurdenstadt Kobane, die teilweise in der Hand der Islamisten ist.

(xity, AFP)