14.08.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Bedford-Strohm warnt vor Wechsel in Flüchtingspolitik

Bedford-Strohm warnt vor Wechsel in Flüchtingspolitik

Auch Straubinger geht auf Distanz zu Söder

Nach den Anschlägen von Paris hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland davor gewarnt, die Taten für einen Kurswechsel in der Flüchtlingspolitik zu instrumentalisieren.

Berlin - Die Flüchtlinge seien gerade Menschen, die genau vor diesem Schrecken geflohen seien, sagte Bedford-Strohm dem Sender NDR Info. "Paris ändert nicht alles", hob er hervor.

Bedford-Strohm wandte sich damit gegen Äußerungen des CSU-Politikers und bayerischen Finanzministers Markus Söder. Er hatte nach den Anschlägen vom Freitag mit den Worten "Paris ändert alles" dazu aufgerufen, eine Schließung der deutschen Grenzen in Erwägung zu ziehen, und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Fehler in der Flüchtlingspolitik vorgeworfen.

Bedford-Strohm sagte dagegen, mehr Härte gegenüber Flüchtlingen dürfe nicht die Konsequenz sein aus den Anschlägen, bei denen am Freitagabend in der französischen Hauptstadt 129 Menschen getötet und hunderte weitere verletzt worden waren.

"Flüchtlinge tragen nicht den Terror in sich", betonte auch der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek. "Diese Menschen sind vor Terror geflüchtet, weil sie in Frieden, Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie in Deutschland leben wollen", sagte Mazyek der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

Auch der Parlamentsgeschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Max Straubinger, widersprach Söder. "Die Frage der richtigen Bekämpfung des Terrorismus darf nicht mit der Flüchtlingsfrage verquickt werden", sagte er der "Huffington Post".

(xity, AFP)


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