18.02.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Bayern fordert Gaskraftwerk nahe Akw Grafenrheinfeld

Bayern fordert Gaskraftwerk nahe Akw Grafenrheinfeld

Aigner sieht Gesprächsbedarf bei Nord-Süd-Stromautobahn

Bayern verlangt vom Bund den Bau eines Gaskraftwerks nahe des Atomkraftwerks Grafenrheinfeld. Bayern sei dann nicht auf "Produzenten andernorts" angewiesen, sagte Wirtschaftsministerin Aigner.

Die bayerische Staatsregierung fordert vom Bund den Bau eines Gaskraftwerkes in Bayern. "Wir wollen ein Kraftwerk mit schnell hochfahrender Gasturbine im räumlichen Umfeld von Grafenrheinfeld", sagte Wirtschafts- und Energieministerin Ilse Aigner (CSU) der "Passauer Neuen Presse". Bayern sei dann "nicht auf Produzenten andernorts angewiesen", die Versorgungssicherheit werde erhöht und die Netzstabilität lasse sich mit geringeren Eingriffen gewährleisten.

Aigner meldete Gesprächsbedarf bei den Planungen von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) für neue Stromtrassen von Norden nach Süden an. Sie halte es für sinnvoll, "den ersten vor dem zweiten Schritt zu machen", sagte Aigner. Zunächst müsse eine Revision des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) erfolgen, "dann schauen wir, wo neue Gaskraftwerke hinkommen". Erst dann wolle sie "darüber reden, welche Netze wir brauchen und wie die Regularien aussehen", sagte Aigner. Bei einer Planungszeit, die von einer Planfeststellung 2017 ausgehe, "kann man durchaus verlangen, noch ein halbes Jahr zu warten", fügte Aigner hinzu.

Harsche Kritik übte Aigner am Netzbetreiber Amprion. Der betreibe "eine hundsmiserable Kommunikation" und "Trassenplanung nach dem Motto ´Friss oder stirb´ - das geht nicht", sagte Aigner. "So kann man in Bayern nicht mit den Bürgern und nicht mit der Staatsregierung umspringen." Sie werde das gegenüber der Unternehmensspitze von Amprion deutlich machen.

© 2014 AFP


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