16.10.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Baumpflege im Naturschutzgebiet Urdenbacher Kämpe

Baumpflege im Naturschutzgebiet Urdenbacher Kämpe

Naturschutzbehörde erarbeitete Pflegekonzept

An den Bäumen und Gehölzen im Naturschutzgebiet Urdenbacher Kämpe beginnen mit dem Ende der Vegetationszeit am Dienstag, 9. Oktober 2018, die Pflegearbeiten.

Düsseldorf - Grundlage dafür ist ein Pflegekonzept für die verschiedenen Biotope. Es wurde bereits vor einigen Jahren durch die Biologische Station Haus Bürgel und die Untere Naturschutzbehörde Düsseldorf erarbeitet und mit anderen Behörden und den örtlichen Grundeigentümern abgestimmt. Ziel dieses Konzeptes ist es, die seltenen und besonders schutzwürdigen Biotoptypen in ihrem Bestand zu sichern und zu entwickeln. Die Arbeiten werden in mehreren Schritten von Fachfirmen und Fachleuten des Garten-, Friedhofs- und Forstamtes ausgeführt.

Wiesen und Weiden

Charakteristisch und das Landschaftsbild prägend sind in der Urdenbacher Kämpe die Wiesen und Weiden. Sie beeindrucken nicht nur die Erholungssuchenden durch ihren Blütenreichtum, auch aus naturschutzfachlicher Sicht sind die Wiesen und Weiden wertvolle Bestandteile des Landschaftsraumes, die mit ausschlaggebend waren für die Aufnahme der Urdenbacher Kämpe in die Liste der Naturschutzgebiete von europaweiter Bedeutung.

Um den typischen, zum Teil auch seltenen Pflanzengesellschaften des Grünlandes wieder zu optimalen Wuchsbedingungen zu verhelfen, ist es notwendig, an mehreren Stellen Bäume zu fällen und an den Rändern Sträucher zu entnehmen. Die dadurch frei werdenden Flächen werden mit kräuterreichem Saatgut eingesät, sodass die vorhandenen Wiesen- /Weideflächen erweitert werden. Die Gräser und Kräuter auf den Wiesen und Weiden erhalten durch das Fällen der Bäume mehr Licht und damit auch bessere Entwicklungschancen.

An der Straße Am Ausleger werden sechs großkronige Hybrid-Pappeln und fünf kleinere Bäume gefällt, welche die jungen Obstbäume beeinträchtigen, die in den vergangenen Jahren im Rahmen des Hochzeitswiesen-Projektes in Kooperation mit Pro Düsseldorf e. V. gepflanzt wurden.

Die Aufbauten der ehemaligen Hundevereinsfläche am Stümpeweg werden abgebaut, versiegelte Flächen entsiegelt und die frei werdenden Flächen eingesät, damit sie zukünftig als Weide genutzt werden können. Dort werden 14 Bäume gefällt.

Fläche für Röhricht-Entwicklung

Auf dem Damm des Teiches am Baumberger Hamm wächst ein kleiner Bestand Zitterpappeln, die für diesen Lebensraum nicht typisch sind und die Entwicklung des am Teichufer wachsenden Röhrichts beeinträchtigen. Vorgesehen ist die Rodung des Bestandes aus etwa 40 mittelalten Bäumen. An dieser Stelle soll dem Röhricht Raum für seine Ausbreitung gegeben werden.

Standortgerechte Baumarten in den Auwäldern

Aufgrund ihrer natürlichen Gegebenheiten ist die Urdenbacher Kämpe Standort für artenreiche Auwälder. In der Mitte des vergangenen Jahrhunderts wurden auf den feuchten Böden Hybrid-Pappelbestände angepflanzt. Diese Baumart ist nicht typisch für die dortige Auenlandschaft und die vorhandenen Bestände werden schrittweise in an den Standort angepasste Waldtypen, wie Weich- und Hartholzauwälder umgebaut. Dazu werden nach und nach einzelne Bestände durch Fällung überalterter Hybrid-Pappeln aufgelichtet (in diesem Jahr fünf Stück). Zudem werden nicht standortgerechte Gehölze entnommen. Danach erfolgt die Unterpflanzung mit jungen Eichen, Ulmen und Feldahornen. Durch diesen schrittweisen Umbau entstehen naturnahe Waldgesellschaften, ohne dass das gewohnte Landschaftsbild beeinträchtigt wird.


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