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Baumbilanz 2013 im Umweltausschuss vorgestellt

Nachpflanzungen im Straßenraum sind schwierig

Der Fachbereich Grünflächen hat im Umweltausschuss die Baumbilanz für das Jahr 2013 vorgestellt. Eine Auswertung des Baumkatasters ergibt zum 1. Januar 2014 einen Gesamtbestand von 26 969 Straßenbäumen und 23 079 Parkbäumen.

Krefeld - Die in den letzten Jahren immer häufiger aufgetretenen Krankheiten und Schädigungen wurden beschrieben. Die Gesundheit der Straßenbäume hat sich erwartungsgemäß nicht verbessert. Durch ungünstige Wetterlagen ist weiterhin die Lebensdauer der Straßenbäume stark eingeschränkt. Schädigungen, die die Standsicherheit beeinträchtigen, treten wesentlich früher auf als bei Park- und Waldbäumen.

Die Bilanz der Fällungen und Nachpflanzungen von Straßenbäumen für den Zeitraum 2005 bis 2011 schloss bereits mit einem Minus von 401 Bäumen ab. Für die Jahre 2012 und 2013 ergibt sich erneut ein Minus von 323 Bäumen. In 2014 wurden bisher 287 Bäume gefällt. Grundsätzlich sollen die freigewordenen Standorte wieder bepflanzt werden. Wegen vorhandener Versorgungsleitungen kann dies aber aufwendig und teuer sein. Zwischen der Stadt Krefeld und den Stadtwerken besteht seit 1989 eine Vereinbarung über Schutzmaßnahmen bei Pflanzung von Bäumen im Bereich unterirdischer Ver- und Entsorgungsanlagen. Vor jeder geplanten Straßenbaumpflanzung muss daher die Leitungssituation geprüft werden. Bei Leitungsabständen unter einem Meter dürfen keine Bäume gepflanzt werden. Deshalb gibt es derzeit 842 freie Baumstandorte, die nur durch eine Leitungsverlegung wiedergewonnen werden könnten. Die Kosten für die Wiederbepflanzung eines solchen Standortes liegen geschätzt bei 5000 Euro.

Bei Leitungsabständen zwischen einem und 2,50 Metern sind Schutzmaßnahmen vorzunehmen. Eine Pflanzung an einem dieser 508 Baumstandorte kostet 3880 Euro. Bei Leitungsabständen über 2,50 Meter sind keine Schutzmaßnahmen erforderlich, hier wird umgehend wiederbepflanzt. Eine Nachpflanzung wird dort mit 1380 Euro angesetzt. Neben der Pflanzung in bereits vorhandene Baumscheiben wird die Schaffung neuer Baumstandorte betrachtet. Hierzu sind Straßenumbauten notwendig. Als durchschnittlicher Kostenansatz rechnet man hier mit rund 5000 Euro pro Baumstandort. Wegen des hohen finanziellen und planerischen Aufwands für die Wiederbepflanzung werden zurzeit vorrangig Straßenstandorte wieder bepflanzt, die ohne Leitungsschutz auskommen. Ein Konzept zur Wiederherstellung von Alleen, das im Sommer vorliegen soll, wird eine Strategie für Hökendyk, Hölschendyk, Fütingsweg und Siemenstraße beinhalten. Eine Neubepflanzung mit Straßenbäumen ist an der Moerser Straße geplant.

Um eine möglichst hohe Lebensdauer für einen Straßenbaum zu erreichen, werden bei der Baumartenwahl die klimatischen Veränderungen und die steigende Anzahl an Krankheiten und Schädlingen berücksichtigt. Es werden Baumarten getestet, die auch unter diesen Bedingungen gesund und verkehrssicher bleiben und eine möglichst hohe Lebenserwartung haben, wie die Baum-Magnolie. Entsprechend hat der Fachbereich Grünflächen im Jahr 2012 auf der Crousstraße 15 Baum-Magnolien gepflanzt. Ob sich diese in Krefeld gut entwickeln, kann erst in einigen Jahren festgestellt werden. Baumarten, die sich als Straßenbäume bisher gut bewährt haben, sind Feldahorn, Hainbuche, Blumenesche (Dürerstraße, Hirschfelder Straße), Lederhülsenbaum, Amberbaum, Sumpfzypresse (Deutschordensweg), Ungarische Eiche (Roonstraße), Sumpfeiche, Scheinakazie, Schnurbaum (Canisiusplatz), Winterlinde und Kaiserlinde. Das Ziel bei der Wahl geeigneter Baumarten liegt darin, standortgerechte Arten zu finden, ohne die Artenvielfalt zu reduzieren.

Bei den Bäumen in Grünanlagen und auf Kinderspielplätzen ist für die Jahre 2012 und 2013 ein Minus von 132 Bäumen zu verzeichnen, in 2014 wurden bisher 128 Bäume gefällt. Bei der Prüfung, ob Parkbäume nachgepflanzt werden, entfällt die Prüfung der Leitungssituation. In vielen Parks und Grünanlagen stehen aber dichte Baumbestände. Den Bäumen fehlt dort die räumliche Entwicklungsmöglichkeit, so dass eine Nachpflanzung am alten Standort nicht sinnvoll ist. Bei Fällungen in historischen Parkanlagen ist zu berücksichtigen, dass Nachpflanzungen mit den Gestaltungsvorgaben übereinstimmen.


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