Baerbock mahnt mehr Tempo in den Atomverhandlungen mit dem Iran an

"Das Zeitfenster für eine Lösung schließt sich immer weiter"

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) fordert dringend mehr Tempo bei den Atomverhandlungen mit dem Iran.

Berlin - "Leider müssen wir auch hier feststellen, dass bei den laufenden Verhandlungen in Wien Kernfragen im Nuklearbereich sowie mit Blick auf die Aufhebung von Sanktionen weiter ungelöst sind", sagte Baerbock am Donnerstag nach einem Treffen mit US-Außenminister Antony Blinken in Berlin. "Parallel dazu baut Iran sein Atomprogramm weiter konsequent aus. Das Zeitfenster für eine Lösung schließt sich immer weiter."

Die Verhandlungen seien nun in einer entscheidenden Phase. "Wir brauchen hier ganz, ganz dringend Fortschritte." Andernfalls werde es nicht gelingen, eine Übereinkunft zu erzielen, die einen Nutzen in der Frage der Nichtverbreitung von Atomwaffen bringe.

Das internationale Atomabkommen soll Teheran am Bau von Atomwaffen hindern. Die USA waren 2018 unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump aus dem Abkommen ausgestiegen und hatten erneut massive Sanktionen gegen Teheran verhängt. Danach zog sich der Iran ebenfalls schrittweise aus der Vereinbarung zurück.

Im November hatten die fünf noch verbliebenen Vertragspartner des Iran - Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Russland und China - in Wien die Gespräche über eine Wiederbelebung des Abkommens wieder aufgenommen. Der jetzige US-Präsident Joe Biden hat grundsätzlich seine Bereitschaft dafür signalisiert; Washington nimmt indirekt an den Verhandlungen teil.

(xity, AFP)