Baerbock kritisiert Fehlen von Kita-Plätzen in Deutschland

Grünen-Kanzlerkandidatin sieht bei Gleichberechtigung "gesamtgesellschaftlich was zu tun"

Für Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock zeigt sich mangelnde Gleichberechtigung in Deutschland besonders bei der Kinderbetreuung. In manchen Städten bekämen bis zu 20 Prozent der Familien keinen Kitaplatz, kritisierte sie.

Für Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock zeigt sich mangelnde Gleichberechtigung in Deutschland besonders bei der Kinderbetreuung. Zwar gebe es einen Rechtsanspruch darauf auch für Kinder unter drei Jahren, aber in manchen Städten bekämen bis zu 20 Prozent der Familien keinen Kitaplatz, sagte Baerbock in der am Sonntag ausgestrahlten Sendung "Tachles-Arena" des Zentralrats der Juden in Deutschland. "Das betrifft erst einmal Mutter und Vater, aber meistens eben die Frauen und führt dann dazu, dass wir zum Beispiel nach wie vor eine Lohnungleichheit haben."

Auf die Frage, ob sie sich persönlich benachteiligt fühle, antwortete Baerbock mit nein. In den vergangenen Jahrzehnten sei "wahnsinnig viel" an Gleichberechtigung erkämpft worden. "Zum Glück haben wir Artikel drei unseres Grundgesetzes", sagte Baerbock. Dieser sage aber auch, dass der Staat eine aktive Gleichberechtigungspolitik mache. "Weil es eben strukturelle Diskriminierung nach wie vor gibt, gläserne Decken kann man das nennen."

Sie berichtete von eigenen Erfahrungen im Bundestag, wo es Diskussionen darüber gegeben habe, ob Mutterschutz von Abgeordneten als Fehlzeit ausgewiesen werden solle. "Wir haben schon noch bei der Gleichberechtigung gesamtgesellschaftlich was zu tun", sagte die Grünen-Chefin.

Schon vor einer Woche hatte sie mit Zustimmung des Zentralrats einen Ausschnitt der Sendung veröffentlicht, in dem sie einen rassistischen Ausdruck für schwarze Menschen benutzte, um über Rassismus in Schulen zu sprechen. Sie erzählte darin von einer Bildergeschichte, die der Sohn einer Bekannten habe bearbeiten sollen, und in der das "N-Wort" vorgekommen sei.

Später entschuldigte sie sich dafür, dass sie bei der Beschreibung des Vorfalls nicht vom "N-Wort" gesprochen, sondern den rassistischen Begriff als solchen genannt habe. In der Sendung wurde der Begriff nun mit einem Piepton überlagert.

Es ging in dem Gespräch vor allem um die Darstellung jüdischen Lebens und einer vielfältigen Gesellschaft im Schulunterricht. Baerbock forderte eine bessere Ausstattung der Schulen und Leitlinien, die Antisemitismus und Rassismus im Unterricht verhindern sollen.

© 2021 AFP