16.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Baerbock fordert zusätzliche 4000 Plätze in Frauenhäusern

Baerbock fordert zusätzliche 4000 Plätze in Frauenhäusern

Grünen-Chefin: "Deutschland muss Rechtsanspruch auf Schutz schaffen"

Grünen-Chefin Annalena Baerbock hat die Bundesregierung aufgefordert, Gewalt gegen Frauen entschlossener zu bekämpfen. In Deutschland fehlten mindestens 4000 Plätze in Frauenhäusern, sagte sie der Funke Mediengruppe.

Grünen-Chefin Annalena Baerbock hat die Bundesregierung aufgefordert, Gewalt gegen Frauen entschlossener zu bekämpfen. Deutschland müsse einen "Rechtsanspruch auf Schutz" schaffen, sagte Baerbock den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagsausgaben). In Deutschland fehlten mindestens 4000 Plätze in Frauenhäusern. Um diese Lücke zu schließen, brauche es nicht nur - wie gerade von der Bundesregierung beschlossen - Mittel für ein besseres Hilfetelefon.

Die Regierung müsse ein Vielfaches der geplanten 30 Millionen Euro zur Verfügung stellen. "In einem reichen Land wie Deutschland sollte uns der Schutz von Frauen das wert sein", sagte Baerbock weiter. Das Übereinkommen des Europarats zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen schreibe vor, dass auf 7500 Einwohner ein Schutzplatz komme.

Mit Blick auf Übergriffe durch Zuwanderer warnte die Grünen-Chefin vor Pauschalurteilen. "Weder die Staatsangehörigkeit noch die Religion machen jemanden zum Gewalttäter." Gewalt entstehe oft dann, wenn bestimmte Faktoren zusammenkämen. So spielten die eigene Gewalterfahrung, "falsche Vorbilder", "gewaltlegitimierende Männlichkeitsnormen", Perspektivlosigkeit oder der Bildungsgrad eine Rolle. Solche Strukturen müssten aufgebrochen werden.

Grundsätzlich aber gelte: "Nichts, rein gar nichts, rechtfertigt Gewalt gegen Frauen - kein Alkohol, kein Ehekrach und keine noch so traumatische Fluchterfahrung", fügte Baerbock hinzu. Wichtig sei es, Mädchen schon im Kindesalter Mut zu machen, sich gegen Übergriffe zu wehren. An diesem Sonntag ist der internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen.

© 2018 AFP


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