16.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> BA-Chef Weise gegen weitere Ausnahmen beim Mindestlohn

BA-Chef Weise gegen weitere Ausnahmen beim Mindestlohn

Behörde fürchtet keinen Jobabbau im großen Stil

Die Bundesagentur ist gegen weitere Ausnahmen beim Mindestlohn - Praktikanten und Saisonarbeiter sollen davon ausgenommen werden.

Berlin - Der Präsident der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, hat sich gegen weitere Ausnahmen beim geplanten gesetzlichen Mindestlohn ausgesprochen. "Wenn man zu viele Sonderregelungen zulässt, wird man Widersprüche produzieren, Ausweichverhalten fördern und am Ende Unzufriedenheit ernten", sagte Weise der "Frankfurter Rundschau". "Ich halte eine allgemein verbindliche Regelung mit wenigen Ausnahmen, wie sie etwa für Langzeitarbeitslose und Jugendliche vorgesehen sind, für besser."

Der BA-Chef zeigte zwar Verständnis für Branchen und Unternehmen, die wirtschaftliche Argumente gegen den Mindestlohn anführten. Dies seien "ernstzunehmende Einwände", sagte Weise. Aber auf der anderen Seite lebten erfolgreiche Geschäftsideen "von guten Leistungen und Produkten, die die Kunden überzeugen, nicht von niedrigen Löhnen".

Weise wies zugleich Befürchtungen zurück, dass der Mindestlohn viele hunderttausend Arbeitsplätze kosten könnte. "Nach den Einschätzungen, die wir von externen Fachleuten und aus unserem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung erhalten, dürfte es nicht zu Arbeitsplatzverlusten im großen Stil kommen." Zwar werde es in einigen Regionen und Branchen Anpassungsschwierigkeiten geben. "Aber die können überwunden werden."

Das Gesetz zur Stärkung der Tarifautonomie, das den gesetzlichen Mindestlohn enthält, soll in der kommenden Woche vom Bundestag verabschiedet werden. Es soll ab 2015 gelten.

(xity, AFP)


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