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b.38 Premiere in Duisburg

Şucheană, Forsythe und Schläpfer

Am Samstag, 9. Februar 2019, feierte die Ballettspielzeit b.38 Premiere. Zu sehen ist die Uraufführung der Sinfonie Nr. 1, „One Flat Thing“ und „Ulenspiegeltänze“.

Düsseldorf - Interessierte Ballett-Fans haben bis zum 21. Juni 2019 Zeit, die Spielzeit b.38 im Theater Duisburg zu sehen. Alle Spieltermine sind auf der Seite der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg, www.operamrhein.de, zu finden.

Sinfonie Nr. 1 (Uraufführung), Remus Şucheană

„Mein ist die Rache, ich werde vergelten, spricht der Herr“ lautet das biblische Epigramm, das Sergej Rachmaninow über sein erstes großes Werk – die Sinfonie Nr. 1 d-Moll op. 13 – schrieb und das auch Leo Tolstois Roman „Anna Karenina“ einleitet. In seiner „Jugendsinfonie“ vereint Rachmaninow episodenhaft auftretende Themen mit einer bombastischen und rhythmisch mitreißenden Musiksprache. Remus Şucheană sieht in den vier Sätzen der Sinfonie Bilder des Krieges, der Verwüstung und die daraus folgenden Konsequenzen. Während er mit „Fantaisies“ in b.37 eine zauberische Welt voller imaginären Wesen zeichnet, verankert er seine „Sinfonie Nr. 1“ in der Realität und thematisiert das menschliche Dasein auf der Erde mit seinen Zyklen des Friedens und der Aufstände zu einer Musik, die er als „reich, mutig und voller Schätze“ beschreibt.

One Flat Thing, reproduced William Forsythe

Bereits in den 1970er Jahren revolutionierte William Forsythe den Tanz mit einer unerwarteten Weiterentwicklung des akademischen Balletts. In einer Zeit, in der sich andere vom klassischen Genre distanzierten, bereicherte er das Vokabular um Formen, die zuvor als fehlerhaft galten. Bewegungen werden verdreht, verbogen, zerlegt und neu zusammengesetzt in einen anderen Raum gestellt. „One Flat Thing, reproduced“ – im Jahr 2000 mit dem Ballett Frankfurt uraufgeführt – steht am Ende des Spektrums dieser Erforschungen. Inspiriert von Büchern über Expeditionen zum Südpol, entwickelte Forsythe eine sich immer mehr verdichtende Choreographie, die ihren Höhepunkt im scheinbaren Chaos der Körper inmitten von zunächst perfekt angeordneten 20 Tischen findet. Der Choreograph vergleicht diese Tische mit Eis, nennt sie glatt und unvorhersehbar gefährlich. Kreiert zu Musik von Thom Willems ist „One Flat Thing, reproduced“ eine atemberaubende Choreographie des Pulsierens und Sich-Verlierens.

Ulenspiegeltänze (Uraufführung), Martin Schläpfer

„Es ist eine Musik wie ich sie noch nie vertanzt habe“, bekennt Martin Schläpfer, der selbst unzählige Male in Sergej Prokofjews „Romeo und Julia“ auf der Bühne zu erleben war, über seine Wahl der 1951 entstandenen 7. Sinfonie des sowjetischen Komponisten für sein neues Ballett „Ulenspiegeltänze“. Fasziniert ist er vom „Versteckten, Weggeschlossenen, leise Gesagten, aber auch dieser manchmal unglaublich vordergründigen Energie und Leichtigkeit, undramatisch hingezaubert von einem Komponisten, der nichts mehr forcieren will, muss und kann“ – eine Musik, durch deren „Scheinheiligkeit und Sarkasmus, Schelmisches, aber auch närrisch Anklagendes“ ihm Ulenspiegel entgegenschaut, jener rätselhafte, von Daniel Kehlmann in seinem neuesten Roman „Tyll“ geschilderte Gaukler, der eines Tages beschloss, niemals zu sterben, „mit einem Lachen durchs Dunkle gehend, das aber auch ein Grinsen sein kann“.


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