Auszeichnung für das Hugo-Junkers-Gymnasium

Projektkurs ‚Mönchengladbacher Lokalgeschichte‘

Während der Diktatur der Nationalsozialisten wurden im Dritten Reich Millionen von Kriegsgefangene, KZ-Häftlinge und Zivilisten verschleppt und ausgebeutet.

Mönchengladbach - Während der Diktatur der Nationalsozialisten wurden im Dritten Reich mehrere Millionen Kriegsgefangene, KZ-Häftlinge und Zivilisten aus den von der Wehrmacht besetzten Gebieten verschleppt und als Zwangsarbeiter ausgebeutet. Sie sollten die fehlenden Männer, die an der Front waren, ersetzen und vor allem die Produktion von Waffen und Munition sicherstellen. Auf dem Stadtgebiet des heutigen Mönchengladbachs wurden gegen Ende des Jahres 1943 mehr als 8500 Zivilisten und mehr als 2700 Kriegsgefangene gezwungen zu arbeiten. Die größte Gruppe der zivilen Zwangsarbeiter kam aus der Sowjetunion, darüber hinaus auch aus den Niederlanden, Polen und Frankreich.

Um dieses Thema im Geschichtsbewusstsein der Mönchengladbacher Bürger zu erhalten oder neu zu verankern haben sich 25 Schüler des traditionsreichen Hugo-Junkers-Gymnasiums mit diesem Thema intensiv auseinandergesetzt und dürfen sich jetzt über den Titel ‚sozialgenial-Projekt‘ der Stiftung Aktive Bürgerschaft freuen, der mit einem Preisgeld in Höhe von 250 Euro dotiert ist.

In ihrem Projektkurs ‚Erinnern, Verantwortung und Frieden‘ beschäftigen sich die Oberstufenschüler mit Zwangsarbeitern in Rheydt während der Zeit des Nationalsozialismus, an die auch eine Kriegsgräberstätte auf dem Städtischen Friedhof in Rheydt erinnert. Der Projektkurs ist angebunden an den Geschichtsunterricht der Jahrgangsstufe Q1 und dessen Thema ‚Der Zivilisationsbruch - Deutschland und Europa unter dem Hakenkreuz - Geschichte, die nicht vergeht?‘. Dieses Kapitel deutscher Geschichte ist ein zentraler Bestandteil der Arbeit des Hugo-Junkers-Gymnasiums im Rahmen der städtischen Erinnerungskultur. Mit ihrer Arbeit wollen die Schüler dazu beitragen, die Kriegsgräberstätte zu einem lebendigen Erinnerungs- und Lernort in unserer Stadt zu machen.

Auf dem Weg zum Ziel lagen Vorortexkursionen, Auswertungen von Quellen in Workshops und viele Stunden Recherchearbeit im Stadtarchiv, um die Biographien der Opfer zu untersuchen - und das erarbeitete Material für die Kommunikation mit der Öffentlichkeit aufzubereiten. Fachliche Unterstützung bekamen die jungen Historiker einerseits von ihren Lehrern Dominik Zuk und Dimitrios Kritsimos sowie dem Studienreferendar Alexander Jäger. Andererseits standen die Bildungsreferentinnen Kinga Kazmierzak und Jana Moers des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und der Stadtarchivar Timo Behr bei der großen und in Teilen sehr schwierigen Aufgabe den Schülern mit Rat und Tat zur Seite.

Zur großen Freude der Schulgemeinde sind sowohl das Stadtarchiv Mönchengladbach als auch der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. seit vielen Jahren mit großem Engagement Förderer und Bildungspartner des Hugo-Junkers-Gymnasiums.