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Aus China in die Pfalz: Rückkehrer aus Wuhan treten Quarantäne an

Fragen und Antworten zu Coronavirus in Deutschland

Es gebe "viel Unsicherheit" in der Bevölkerung, was den Umgang mit dem neuartigen Coronavirus aus China angehe, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Wochenende. Die Rückkehr von mehr als hundert Deutschen aus der chinesischen Stadt Wuhan könnte die Sorgen noch wachsen lassen. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

Wer kam zurück nach Deutschland?

Mit einem Militär-Airbus holte die Luftwaffe am Samstag 124 Menschen aus der chinesischen Stadt Wuhan zurück nach Deutschland - unter ihnen etwa 20 Kinder. 102 der Rückkehrer sind deutsche Staatsbürger. Der Rückflug war freiwillig, bereits an Bord wurden die Rückkehrer medizinisch untersucht. Bei einer Person gab es einen Corona-Verdacht - sie wurde nach der Landung auf eine Isolierstation der Frankfurter Uni-Klinik gebracht. Etwa zehn weitere Rückkehrer kamen ins Krankenhaus, allerdings wegen anderer medizinischer Probleme.

Quarantäne in der Kaserne:

Noch am Samstagabend wurden 115 Rückkehrer aus Wuhan in Bussen nach einer ersten Untersuchung am Flughafen in die Südpfalz-Kaserne nach Germersheim gebracht. Dort werden sie mindestens 14 Tage unter Quarantäne gestellt - das heißt, sie werden von der Außenwelt abgesondert, um den Erreger nicht zu verbreiten. Die Quarantäne traten sie freiwillig an. Auch das medizinische Personal und ehrenamtliche Helfer des Roten Kreuzes begaben sich freiwillig unter Quarantäne.

Wie viele bekannte Fälle gibt es in Deutschland?

Bis Sonntag wurden elf Fälle von Deutschen bekannt, die sich mit dem Virus infiziert haben. Zwei von ihnen waren unter den Rückkehrern aus Wuhan. Sie wurden aus Germersheim in die Frankfurter Uniklinik gebracht. Die Betroffenen hätten den Befund "gefasst aufgenommen", erklärte der Landrat. Acht weitere Infizierte sind in Bayern bekannt - sie seien in "stabilem Zustand", erklärte das bayerische Gesundheitsministerium am Sonntag. Am Samstag wurde bekannt, dass ein deutscher Tourist in Spanien mit dem Coronavirus infiziert ist.

Welche Gefahr geht von den Rückkehrern aus?

Die Behörden betonen: Für die Allgemeinheit geht keine Gefahr aus. Die Quarantäne in der Kaserne soll sicherstellen, dass Infizierte den Virus nicht weitergeben - und zwar auch solche Rückkehrer, die von ihrer Infektion noch nichts wissen, weil sie noch keine Symptome bemerken. Gesundheitsminister Spahn warnte am Wochenende vor Panikmache: "Was mir im Moment am meisten Sorge macht, sind Verschwörungstheorien aller Art, die in den sozialen Netzwerken verbreitet werden."

Wie sieht das Leben unter Quarantäne aus:

Für die Rückkehrer bedeutet die zweiwöchige Abschottung eine Belastung. Die "große Gefahr" sei zunächst einmal der "Lagerkoller", sagte ein Rotkreuz-Helfer in Germersheim. "Wir sind darauf vorbereitet, die Menschen entsprechend zu beschäftigen." Vor Ort sei auch ein psychosozialer Dienst. Kontakte nach draußen werden auf ein Minimum reduziert. Es soll aber Besuchszeiten geben. Besucher müssen Hygienemaßnahmen einhalten, Materialen wie Schutzmasken sollen zur Verfügung gestellt werden. Um die Verpflegung kümmert sich die Bundeswehr.

Geht die Quarantäne sicher nach 14 Tagen zu Ende?

Nicht unbedingt: Die Quarantäne könnte auch weitere Tage dauern - nämlich dann, wenn in Germersheim bei weiteren Rückkehrern der Virus festgestellt wird. "Für den Rest der Gruppe würde die Quarantäne-Zeit dann wieder von vorne beginnen", sagte der Germersheimer Landrat Fritz Brechtel. Um dieses Risiko zu minimieren, würden die Menschen in der Kaserne in verschiedene Kleingruppen aufgeteilt, die voneinander isoliert würden.

© 2020 AFP


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