Auch im Alter fit fürs Steuer?

Eigenverantwortung ist gefragt

Ist man noch fit genug hinterm Steuer, fragen sich häufig ältere Verkehrsteilnehmer, denn Sicherheit im Straßenverkehr hat auch immer was mit Verantwortungsbewusstsein zu tun.

Köln - Schwierige Verkehrssituationen kompensieren Senioren häufig mit langjähriger Fahrpraxis. Oft sind aber körperliche Defizite die Unfallursache, sagt uns TÜV SÜD-Experte Jürgen Brenner-Hartmann und erklärt, was ältere Verkehrsteilnehmer tun sollten, wenn sie sich unsicher hinter dem Steuer fühlen: "Zunächst sich selbst beobachten. Wo bin ich noch sicher, und wo fällt es mir schwerer, zum Beispiel an mehrspurigen Kreuzungen. Und dann immer in Übung bleiben ist wichtig, und zwar dort, wo man sich noch sicher fühlt. Wichtig ist es auch, auf die Tagesform zu achten, also immer ausgeruht zu fahren, wenn nötig Pausen einlegen.

TÜV SÜD zum Beispiel bietet einen freiwilligen Fitness-Check an. Was beinhaltet dieser Test? "Dieser Check ist sehr zu empfehlen, wenn man wissen möchte, wo man mit seiner Leistungsfähigkeit steht. Getestet werden dann Reaktion, Konzentration und Belastbarkeit, und mit einem Arzt kann man über seine Medikamente und die möglichen Auswirkungen sprechen. Man erhält also eine persönliche Rückmeldung über seine Fahrtauglichkeit, und das trägt doch zu einem sicheren Gefühl bei."

Man muss dazu sagen, dass das Ergebnis streng vertraulich ist und keinerlei Auswirkungen auf den Führerscheinbesitz hat. Wer also sollte den Test machen? Jürgen Brenner-Hartmann: "Autofahrer, die beispielsweise chronisch krank sind oder eine schwere Krankheit, wie einen Schlaganfall hinter sich haben. Auch wer über längere Zeit Medikamente einnehmen muss oder altersbedingte Einschränkungen hat."

Und was fängt der geprüfte Autofahrer mit dem Ergebnis an? "Man kann dann in eigener Verantwortung entscheiden, wann man noch fährt. Schließlich will man ja nicht nur selber sicher unterwegs sein, sondern auch keinen anderen gefährden", so Brenner-Hartmann abschließend.

Grundsätzlich gilt: Wenn es um die Fahrtauglichkeit geht, ist häufig der Gesundheitszustand ausschlaggebender als das Alter.