19.08.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> "Archäologie in Krefeld"

"Archäologie in Krefeld"

Neues Buch Dr. Christoph Reichmann

Dr. Christoph Reichmann, Leiter des Museums Burg Linn, hat mit seinem neuesten Buch "Archäologie in Krefeld" einen kompakten Bericht über Forschungsarbeiten, Bodenfunde und Artefakte vorgelegt.

Krefeld - Der Krefelder Archäologe dokumentiert auf 100 Seiten Ergebnisse unterschiedlicher Grabungskampagnen, die seit 1980 auf dem Stadtgebiet durchgeführt worden sind. Ferner schilderte er die Geschichte der Archäologie in Krefeld, deren Beginn in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert liegt. Das auch für Laien verständliche Buch widmet sich unter anderem der Besiedlung Fischelns seit der Eisenzeit, der römischen und mittelalterlichen Zeit sowie ausgewählten Bauwerken wie dem Uerdinger Obertor und Haus Sollbrüggen.

Dass im Boden der Samt- und Seidenstadt immer noch Geheimnisse verborgen sind und somit neue Erkenntnisse über die Stadtgeschichte, zeigt die Publikation des Linner Museumsleiters, in der nun erstmals einige neue Forschungsergebnisse veröffentlicht wurden. Bei der bereits 2008 entdeckten "cella memoriae“, einem Grabbau aus der Spätantike, in Krefeld-Gellep handelt es sich um solch einen Fall: Neben verschiedenen Stücken zerschlagener Grabdenkmäler oder Weihesteinen aus Buntsandstein mit Buchstaben-Fragmenten fanden sich dort auch Reste einer Wandbemalung. Solche "cella memoriae“ sind bislang nur für spätantike Städte wie Köln und Xanten bekannt gewesen. Die bloße Existenz einer "cella memoriae“ deutete auf eine stadtartige Siedlung Geldubas im Rheinland hin, in der eine größere, zivile Bevölkerung lebte. "So etwas bauten nur die, die sich als Römer fühlten und nicht die Landbevölkerung“, so Reichmann. Die zudem von anderen Gräbern exponierte Lage der "cella“ legte die Vermutung nahe, dass es sich um das Gräberareal der dortigen "Elite“ gehandelt haben kann. Bis ins das 7. Jahrhunderte wurde dieses Gräberfeld von dieser "Elite“ genutzt, also über die Zeit der römischen Herrschaft hinaus.

Einen "Weinkeller“ scheint es neben der "Alde Kerk“, der alten Kirche, im heutigen Linner Greiffenhorstpark gegeben zu haben. Der Sakralbau und das Nebengebäude gehörten zu einem Kloster in Kaiserswerth. Das gut 20 Meter lange Gebäude mit Keller in der Nähe des Linner Mühlenbachs stammt aus der Karolingerzeit (8. bis 9. Jahrhundert) und war komplett unterkellert, schreibt Reichmann. "Die Mönche haben dort wohl Wein angebaut und gelagert“, vermutet der Archäologe. Der Anbau sei aber nicht von Erfolg gekrönt gewesen sein, denn um das Jahr 904 sei die Anlage aufgegeben worden.

Das Buch "Archäologie in Krefeld“ ist im Verlag "Edition Archaea“, Gelsenkirchen/Schwelm, 2014, erschienen. Die Publikation (Auflage 500 Exemplare) kostet 8,50 Euro und ist im Museumsshop sowie im Buchhandel erhältlich. Weitere Informationen über das Museum Burg Linn stehen im Internet unter www.krefeld.de/burglinn.


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