21.09.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Arbeitsmarktexperten gegen Nahles-Plan für Flüchtlings-Jobs

Arbeitsmarktexperten gegen Nahles-Plan für Flüchtlings-Jobs

"Qualifizierung anstelle von Beschäftigungstherapie"

Arbeitsmarktexperten kritisieren den Plan von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD), 100.000 Arbeitsgelegenheiten etwa in Ein-Euro-Jobs für Flüchtlinge zu schaffen.

Berlin - Geflüchtete müssten "so schnell, aber auch so gut wie möglich" in den Arbeitsmarkt integriert werden, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, der "Rheinischen Post" vom Freitag. Diese Ziele würden subventionierte Arbeitsgelegenheiten oder Ein-Euro-Jobs nicht erfüllen.

Flüchtlinge bräuchten Qualifizierung und keine "Beschäftigungstherapie", sagte Holger Schäfer vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW). "Durch Ein-Euro-Jobs würden Flüchtlinge vom regulären Arbeitsmarkt wegsubventioniert", warnte er. Viele von ihnen seien hochmotiviert. Um zu verhindern, dass sie zu lange nicht arbeiten, müssten die Asylverfahren beschleunigt werden.

"Öffentlich geförderte Arbeitsgelegenheiten erscheinen nicht als der richtige Weg, Flüchtlinge in Arbeit zu bringen", sagte auch Ronald Bachmann, Chef der Arbeitsmarktabteilung des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen. "Sie mögen zwar kurzfristig bei der sozialen Integration hilfreich sein. Längerfristig stellen sie aber wohl kaum ein gutes Sprungbrett in den regulären Arbeitsmarkt dar."

Nahles will jährlich 450 Millionen Euro investieren, um 100.000 Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge zu schaffen. Darüber verhandelt sie derzeit mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Bei den Arbeitsgelegenheiten handelt es sich um zusätzliche Beschäftigungen für Arbeitslose etwa in Ein-Euro-Jobs, die bisher nur Hartz-IV-Empfängern angeboten werden.

(xity, AFP)


Copyright 2019 © Xity Online GmbH