Arbeitslosigkeit sinkt noch einmal leicht

Unternehmen melden 1.302 neue Stellen

Vermitteln kann die Arbeitsagentur aus einem Bestand von 5.055 offenen Stellen, die eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bieten. 4.583 der Stellen im Bestand sind unbefristet zu besetzen.

Mönchengladbach - Die Zahl der Arbeitslosen ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Mönchengladbach im Juli 2021 um 0,2 Prozent gesunken. Sie liegt um 54 Personen unter dem Niveau des Vormonats. Aktuell sind 29.268 Frauen und Männer in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss arbeitslos gemeldet. Verglichen mit Juli 2020 sind das 1.663 Personen weniger (-5,4 Prozent).

„Dass sich der Arbeitsmarkt im Juli weiter leicht erholt hat, deutet darauf hin, dass die Wirtschaft im Rhein-Kreis Neuss und in Mönchengladbach wieder in den Tritt kommt. Das lässt sich zum einen daran festmachen, dass die Arbeitslosigkeit im Juli der vergangenen Jahre typischerweise gestiegen ist, somit der Juli 2021 im positiven Sinne untypisch ist“, erläutert Angela Schoofs, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Mönchengladbach. „Zum anderen sind uns in diesem Monat so viele neue Stellen gemeldet worden wie zuletzt im Februar 2020, somit vor dem großen Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland. Außerdem hatte es im Vergleich mit den Vorjahresmonaten zuletzt im Juli 2018 ähnlich viele neue Stellen gegeben.“

Zum fünften Mal in Folge ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Mönchengladbach rückläufig gewesen. In der Betrachtung darf allerdings nicht außer Acht gelassen werden, dass sich das Niveau der Arbeitslosigkeit aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin auf hohem Niveau bewegt und dass das Kurzarbeitergeld eine noch höhere Arbeitslosigkeit verhindert. Es wird dabei bleiben, dass die Pandemie großen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung haben wird. Zusätzlichen Einfluss auf den Arbeitsmarkt könnten in den nächsten Monaten möglicherweise außerdem die Folgen der Starkregen- und Flutereignisse in Teilen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz nehmen, weil heimische Unternehmen oder deren Zulieferbetriebe betroffen gewesen sind. „Wie in der Pandemie gilt auch für diese Katastrophe: Für Arbeitsausfälle, die aufgrund des Hochwassers eintreten, kann grundsätzlich Kurzarbeitergeld gewährt werden. Unsere Spezialisten beraten dazu gerne.“ Arbeitgeber erreichen die Agentur für Arbeit Mönchengladbach montags bis freitags von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr telefonisch unter 0800 4555520.

Die Arbeitslosenquote im Bezirk der Agentur für Arbeit Mönchengladbach verharrte im Juli 2021 bei 7,6 Prozent. Das sind 0,4 Prozentpunkte weniger als im Juli des Vorjahres (Juli 2020: 8,0 Prozent).

Vertiefter Blick auf die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Mönchengladbach

Mit aktuell 13.048 Personen hat die Zahl derjenigen, die ein Jahr oder länger arbeitslos gemeldet sind, gegenüber Juni 2021 um 69 Frauen und Männer abgenommen (-0,5 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergibt sich bei den Langzeitarbeitslosen ein Anstieg von 2.647 Personen (+25,4 Prozent). Von den Langzeitarbeitslosen erhalten 11.873 Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II) und werden entsprechend von den Jobcentern in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss betreut. Das sind 49 Personen weniger als im Vormonat (-0,4 Prozent) sowie 2.667 Männer und Frauen mehr als vor einem Jahr (+29,0 Prozent).

Im Juli 2021 sind in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss 2.695 Arbeitslose unter 25 Jahre registriert worden, 152 mehr als im Juni (+6,0 Prozent), aber 260 weniger als vor einem Jahr (-8,8 Prozent). Die Jugendarbeitslosigkeit hat aktuell einen Anteil von 9,2 Prozent an den gesamten Arbeitslosen im Agenturbezirk.

Die Zahl der Arbeitslosen, die 50 Jahre und älter sind, sank im aktuellen Berichtsmonat um 59 Männer und Frauen (-0,6 Prozent) auf 9.579 Personen. Im Vergleich zum Juli 2020 gab es einen Anstieg um 243 Personen (+2,6 Prozent). Die Gruppe der arbeitslosen älteren Menschen macht weiterhin knapp ein Drittel der gesamten Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Mönchengladbach aus (32,7 Prozent).

Arbeitsmarkt in den Gebietskörperschaften

Auf 14.623 Menschen ist in der Stadt Mönchengladbach im Juli 2021 die Zahl der Arbeitslosen gesunken. Das sind 146 Personen weniger als im Vormonat (-1,0 Prozent) und 559 Personen weniger als im Vorjahresmonat (-3,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote für Mönchengladbach fiel im Juli leicht um 0,1 Prozentpunkte und liegt aktuell bei 10,4 Prozent. Im Juli vergangenen Jahres hatte die Arbeitslosenquote 10,8 Prozent betragen.

Im Rhein-Kreis Neuss ist die Zahl der Arbeitslosen im Juli 2021 auf 14.645 Frauen und Männer gestiegen. Das sind 92 Personen mehr als im Vormonat (+0,6 Prozent), aber 1.104 Personen weniger als im Vorjahresmonat (-7,0 Prozent). Die Arbeitslosenquote stagnierte im Rhein-Kreis Neuss im Juli 2021 bei 6,0 Prozent. Sie liegt damit um 0,4 Prozentpunkte unter Juli 2020 (6,4 Prozent).

An den drei Standorten der Arbeitsagentur im Rhein-Kreis Neuss entwickelte sich der Arbeitsmarkt im Juli 2021 leicht unterschiedlich, was sich an den Arbeitslosenquoten ablesen lässt. In der Geschäftsstelle Dormagen stagnierte die Arbeitslosenquote im Juli 2021 weiterhin bei 5,7 Prozent (Juli 2020: 6,0 Prozent). In der Geschäftsstelle Grevenbroich verharrte die Arbeitslosenquote im Juli 2021 bei 5,1 Prozent (Juli 2020: 5,5 Prozent). In der Geschäftsstelle Neuss stieg die Arbeitslosenquote im Juli 2021 um 0,1 Prozentpunkte auf 6,4 Prozent (Juli 2020: 6,9 Prozent). Registriert wurden aktuell 2.000 Arbeitslose in der Stadt Dormagen, 2.108 in Grevenbroich, 523 in Jüchen, 1.127 in Kaarst, 633 in Korschenbroich, 1.466 in Meerbusch, 6.537 in Neuss und 251 in Rommerskirchen.

Hinweis: Zur Hauptagentur Mönchengladbach gehört nur die Stadt Mönchengladbach; die Geschäftsstelle Neuss umfasst die Städte Neuss, Korschenbroich, Kaarst und Meerbusch. Zur Geschäftsstelle Dormagen zählt nur die Stadt Dormagen. Die Geschäftsstelle Grevenbroich umfasst die Städte Grevenbroich, Jüchen und Rommerskirchen. Die Daten der drei Geschäftsstellen Neuss, Grevenbroich und Dormagen ergeben zusammen die Zahlen für den Rhein-Kreis Neuss.

Bewegung auf dem Stellen- und Arbeitsmarkt

1.302 neue offene Stellen meldeten die Unternehmen im Bezirk der Arbeitsagentur Mönchengladbach im Juli 2021. Das sind 152 mehr als im Vormonat (+13,2 Prozent) und 282 mehr als vor einem Jahr (+27,6 Prozent). 1.272 der gemeldeten Stellen bieten eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. 1.109 der neu zugegangenen Stellen sind unbefristet zu besetzen.

Im Juli 2021 gibt es mit 5.161 freien Arbeitsstellen im Bestand 271 mehr als im Juni (+5,5 Prozent) und 1.099 mehr als im Vorjahresmonat (+27,1 Prozent). 5.055 Stellen bieten eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. 4.583 der Stellen im Bestand sind unbefristet zu besetzen.

1.501 Personen konnten im Juli 2021 in eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt (ohne Ausbildung) einmünden. Das waren 65 Männer und Frauen mehr als im Juni (+4,5 Prozent) und 412 mehr als im Juli des Vorjahres (+37,8 Prozent). Aus einer Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt heraus arbeitslos wurden im Juli 1.655 Männer und Frauen. Das waren 245 Personen oder 17,4 Prozent mehr als im Juni, aber 194 weniger als im Juli des vergangenen Jahres (-10,5 Prozent).

Unterbeschäftigung und Qualifizierungen

Im Agenturbezirk Mönchengladbach waren 37.507 Frauen und Männer im Juli 2021 unterbeschäftigt (ohne Kurzarbeit). Das sind 77 Personen weniger als im Vormonat (-0,2 Prozent). Die Anzahl der Maßnahmenteilnehmer lag im Berichtsmonat bei 6.627 (-199 Personen/-2,9 Prozent zum Vormonat).

In Mönchengladbach waren 19.017 Personen im Juli 2021 unterbeschäftigt (ohne Kurzarbeit). Das sind 113 Frauen und Männer weniger als im Vormonat (-0,6 Prozent). An Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik nahmen 3.653 Männer und Frauen teil. Das sind 44 weniger mehr als im Vormonat (-1,2 Prozent).

18.489 Personen waren im Rhein-Kreis Neuss im Juli 2021 unterbeschäftigt (ohne Kurzarbeit). Dies sind 34 Frauen und Männer mehr als im Juni (+0,2 Prozent). An Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik nahmen 2.975 Personen teil. Das sind 153 Frauen und Männer weniger als im Vormonat (-4,9 Prozent).

Hinweis: In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen jene Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen oder einen arbeitsmarktbedingten Sonderstatus besitzen. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem Anpassungen, Fortbildungen und Umschulungen, die von der Agentur für Arbeit Mönchengladbach derzeit besonders gefördert werden. Beraten wird dazu unter den Rufnummern 02161 4049900 und 0800 4555500. Einen Überblick über die Maßnahmen gibt es unter https://kursnet-finden.arbeitsagentur.de/kurs.

Entwicklung der angezeigten und realisierten Kurzarbeit

Für Februar 2021 rechneten mit der Agentur für Arbeit Mönchengladbach 3.344 Betriebe Kurzarbeit für 23.520 Angestellte ab. Davon entfielen nach neu vorliegenden Zahlen 1.173 Betriebe und 10.995 Personen auf die Stadt Mönchengladbach sowie 2.171 Betriebe und 12.525 Personen auf den Rhein-Kreis Neuss. Für März 2021 rechneten laut erster Hochrechnung im Agenturbezirk 2.874 Betriebe für 19.732 Angestellte Kurzarbeit ab; die Werte für die Gebietskörperschaften liegen zum nächsten Arbeitsmarktbericht vor.

Die Zahl der neuen oder erneuten Anzeigen von Kurzarbeit, die im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie bei der Agentur für Arbeit eingehen, ist in den vergangenen Wochen in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss noch einmal weiter zurückgegangen. Im Juli 2021 (Stichtag 25. Juli 2021) sind bei der Arbeitsagentur Mönchengladbach 23 Anzeigen von konjunktureller Kurzarbeit für bis zu 245 Personen neu oder erneut angemeldet worden (Stichtag 24. Juni 2021: 40 Anzeigen für bis zu 735 Personen).

Zu beachten ist an diesen Werten: Erstens müssen Unternehmen, die den Bezug von Kurzarbeitergeld drei Monate am Stück unterbrochen haben, eine erneute Anzeige bei der Agentur für Arbeit stellen. Zweitens ist es nicht zwingend, dass jede in den Anzeigen benannte Person tatsächlich kurzarbeiten wird. Die Anzeige ist nur eine Absichtserklärung des Arbeitgebers. Wie viel Kurzarbeit tatsächlich realisiert wird, zeigt sich erst, wenn die Unternehmen bei der Agentur für Arbeit ihre Abrechnungslisten für den jeweiligen Kalendermonat eingereicht haben. Dafür haben sie drei Monate Zeit. Beratung zur Kurzarbeit für Arbeitgeber gibt es unter der Hotline 0800 4555520, Montag bis Freitag von 8.00 bis 18.00 Uhr.