19.08.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Arbeitsagentur sieht hohe Mehrkosten durch Rente mit 63

Arbeitsagentur sieht hohe Mehrkosten durch Rente mit 63

Auch Rentner dürften durch Rentenpaket belastet werden

Die Bundesagentur befürchtet hohe Mehrausgaben durch die Rente mit 63 - sie könnte weit mehr als eine Milliarde Euro pro Jahr kosten. Ein Drittel der Kosten für die neuen Rentenpläne dürfte dabei die Rentner direkt belasten.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) erwartet einem Zeitungsbericht zufolge Mehrkosten in Milliardenhöhe durch die geplante Rente mit 63. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, der BA-Vorstandsvorsitzende Frank-Jürgen Weise habe am Mittwoch vor dem Haushaltsausschuss des Bundestages gesagt, sollte der Gesetzeswurf unverändert umgesetzt werden, könnte dies für die Bundesagentur für Arbeit zu Mehrkosten von weit mehr als einer Milliarden Euro führen.

Der Hintergrund ist, dass Beschäftigte bereits mit 61 Jahren die Arbeit aufgeben könnten, um sodann die zwei folgenden Jahre Arbeitslosengeld I zu beziehen, bevor sie mit 63 in Rente gehen. Für die abschlagsfreie Rente mit 63 dürfen Beschäftigte innerhalb von 45 Beitragsjahren maximal zwei Jahre lang Arbeitslosengeld I bezogen haben. Arbeitnehmer ab 58 Jahren wiederum erwerben nach vier Jahren ununterbrochener Erwerbstätigkeit einen Anspruch auf 24 Monate Arbeitslosengeld I.

Die "Welt" berichtet unterdessen unter Berufung auf Berechnungen der Arbeitgeber, das Rentenpaket der Bundesregierung werde auch für die Rentner hohe Belastungen mit sich bringen. Einem Papier der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) zufolge würden die Rentensteigerungen bis zum 2030 um insgesamt 55 Milliarden Euro geringer ausfallen als nach geltendem Recht. Die Rentner trügen damit ein Drittel der Gesamtkosten von mehr als 160 Milliarden Euro.

Das im Januar von der Bundesregierung beschlossene Rentenpaket umfasst die abschlagsfreie Rente mit 63 nach 45 Versicherungsjahren, die Mütterrente und die verbesserte Erwerbsminderungsrente. Finanziert werden soll das Paket unter anderem durch den Verzicht auf die Beitragssenkung, die nach der früheren Rechtslage zu Jahresbeginn hätte kommen müssen. Die Beibehaltung des Rentenbeitragssatzes von 18,9 Prozent bringt der Rentenkasse in diesem Jahr Zusatzeinnahmen von knapp sechs Milliarden Euro.

© 2014 AFP


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