24.09.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Arbeitnehmerschutz vor religiöser Diskriminierung durch Kirchen gestärkt

Arbeitnehmerschutz vor religiöser Diskriminierung durch Kirchen gestärkt

EuGH klärt gerichtliche Kontrolle von konfessionsgebundenen Stellenangeboten

Der Europäische Gerichtshof hat den Arbeitnehmerschutz vor religiöser Diskriminierung durch die Kirchen gestärkt.

Berlin - Die Amtskirchen müssen es hinnehmen, dass Gerichte im Zweifelsfall überprüfen dürfen, ob eine Stellenausschreibung an die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Konfession gebunden werden darf, wie es in einem am Dienstag in Luxemburg verkündeten EuGH-Urteil heißt. Diese Forderung muss laut Urteil in Relation zu der jeweiligen Stelle stehen und angemessen sein. (Az. C-414/16)

Im Ausgangsfall bewarb sich eine konfessionslose Frau auf eine für 18 Monate befristete Referentenstelle bei der privatrechtlich organisierten Diakonie der Evangelischen Kirche. Demnach sollte auf der Stelle ein Bericht über die Einhaltung des Übereinkommens der Vereinten Nationen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung durch Deutschland erstellt werden.

In der Stellenanzeige hieß es aber, dass die Mitgliedschaft in einer evangelischen oder einer der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland angehörenden Kirche vorausgesetzt werde. Da die Frau konfessionslos war, wurde sie nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen und klagte wegen religiöser Diskriminierung auf eine Entschädigung von 10.000 Euro. Nun muss das Bundesarbeitsgericht das EuGH-Urteil umsetzen.

(xity, AFP)


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