18.10.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Arbeiten von Heerich und Campendonk restauriert

Arbeiten von Heerich und Campendonk restauriert

Werke werden im Kaiser-Wilhelm-Museum präsentiert

Die Kunstmuseen Krefeld haben Arbeiten von Heerich und Campendonk restauriert.

"Die Arbeit hat irgendwann mal einen Stoß mitbekommen", sagt Dr. Martin Hentschel, Leiter der Kunstmuseen Krefeld. Dabei deutet er auf eine vordere Ecke einer Kartonplastik von Erwin Heerich (1922 bis 2005), doch von einer Beschädigung ist nichts mehr zu sehen. Das Werk kehrte nun nach anderthalb Jahren ins Uerdinger Depot zurück. Die Studentin Anne Wolfrum hat mit dieser Restaurierung ihre Bachelorarbeit an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin absolviert. "Das Ergebnis kann sich sehen lassen", freut sich Hentschel. "Es ist die einzige Hauptarbeit von Heerich, die wir haben", so der Museumschef und ehemalige Schüler des Künstlers. Wenn im Sommer das Kaiser-Wilhelm-Museum wiedereröffnet wird, soll die Kartonplastik (1967) in der Ausstellung "Das Abenteuer unserer Sammlung I." präsentiert werden.

Das Erscheinungsbild der Plastik wurde zudem infolge einer früheren, fehlerhaften Teilrekonstruktion beeinträchtigt: Die ansteigende Ebene zwischen den gut 100 Säulen verlief nicht mehr gleichförmig. Im Austausch mit der Studentin, ihrer Professorin Ruth Keller und Henschel wurde letztlich die Entscheidung getroffen, einen vorderen Teil abzutrennen und neu anzubringen. Und weil es keine Originalpappe mehr gab, musste der beschädigte Bereich mit eingefärbtem Papier versehen werden. Allein das Papierfärben sei mit sehr großem Aufwand verbunden gewesen, um am Ende den exakten Farbton herzustellen, so Hentschel.

Dass Kunstwerke aus dem Bestand nicht ausschließlich durch Sebastian Köhler, Diplom-Restaurator an den Kunstmuseen Krefeld, bearbeitet und Aufträge ?nach außen" vergeben werden, ist nichts Ungewöhnliches. Drei bis vier Kunstwerke kann Köhler pro Jahr ausbessern. Der Bedarf falle allerdings höher aus und das nicht nur wegen der Wiedereröffnung des Kaiser-Wilhelm-Museums. "Deswegen kooperieren wir mit verschiedenen Hochschulen", so Köhler. Im Fall der ?Barraque D'Dull Odde" von Joseph Beuys haben die Kunstmuseen beispielsweise mit der Technischen Hochschule in Köln zusammengearbeitet.

Die technisch-aufwändige Restaurierung des Hinterglasbildes "Pierrot mit Schlange" (1923) von Heinrich Campendonk (1889 bis 1957) hat die Expertin Simone Bretz aus Bayern mit finanzieller Unterstützung der Ernst-von-Siemens-Kunststiftung aus München ausgeführt. Das Werk des gebürtigen Krefelder Künstlers soll im Sommer gleichfalls zur Eröffnungsausstellung präsentiert werden. "Die ursprünglichen Farben konnten durch die Restaurierung wieder hergestellt werden", sagt Köhler. Der Hauptanteil sei die Festigung der Farben gewesen, nur kleine Fehlstellen mussten retuschiert werden. Ohne die Unterstützung der Ernst-von-Siemens-Kunststiftung sei die Restaurierung kaum möglich gewesen, die zudem die Erstellung des neuen Bestandskataloges fördert, merkte Hentschel an. Bis zu 80 Prozent der Restaurierungskosten können von Stiftungen übernommen werden, den Rest übernimmt das Museum aus seinem Etat.


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